Autovermieter
Sixt fürchtet schwieriges Jahr 2012

Aktuell läuft es rund bei Sixt: Der Autovermieter profitiert von der steigenden Zahl von Geschäftsreisen. Doch so gut wird es 2012 wohl nicht weitergehen.
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PullachDer nahende Konjunkturabschwung macht Deutschlands größten Autovermieter Sixt vorsichtig. 2012 werde ein schwieriges Jahr, warnte Firmenchef Erich Sixt am Dienstag. Beim Vorsteuerergebnis sei das Niveau von 2011 nur sehr schwer wieder zu erreichen. An der Börse kam die Botschaft nicht gut an: Sixt-Aktien verloren in einem freundlichen Gesamtmarkt mehr als ein Prozent auf 14,16 Euro.

Sixt sprach von „enormen Unsicherheiten“ durch die Schuldenkrise in der Euro-Zone, auch weil die Politik „unfähig“ sei, klare Signale für eine Lösung zu senden. Bis jetzt sei aber im Geschäft noch keine Delle in Sicht: „Es sind noch keine Bremsspuren erkennbar.“ Das dürfte sich aber nächstes Jahr ändern. Deutschland - der mit Abstand wichtigste Markt für das Unternehmen - werde nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent vorausgesagt. Treffe diese Prognose zu, müsse der Umsatz zwar noch nicht zurückgehen, der Gewinn dürfte wegen höherer Kosten - etwa für Marketing und Anlaufverluste in den USA - dann aber sinken. Zumindest ein Preiskampf sei nicht in Sicht.

Im dritten Quartal steigerte der Konzern aus Pullach bei München den Umsatz um vier Prozent auf 422,3 Millionen Euro. Vor Steuern wurden mit 44,2 Millionen Euro gut 16 Prozent mehr verdient. Sixt hat sich damit etwas besser geschlagen als erwartet. Denn von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit Erlösen von 417 Millionen Euro und einem Vorsteuergewinn von 43,6 Millionen gerechnet.

„Schon jetzt ist klar, dass Sixt 2011 eines der besten Ergebnisse seiner Firmengeschichte erzielen wird“, sagte der Vorstandschef. So werde der Vorsteuergewinn erheblich über dem Niveau von 2010 liegen, als es gut 102 Millionen Euro waren. Das Unternehmen profitierte zuletzt von der höheren Nachfrage nach Mietautos, Fortschritten bei der Auslandsexpansion und einem wieder freundlicheren Umfeld für die Leasingbranche. Der bisherige Rekordgewinn von 137,7 Millionen Euro vor Steuern stammt aus dem Jahr 2007. Er könnte 2011 übertroffen werden, sagte Sixt. Das sei aber noch nicht ganz sicher.

In den USA will Sixt nach den Urlaubshochburgen Miami und Fort Lauderdale zwei weitere Standorte eröffnen. Mit seinen riesigen Flughäfen sei Florida sehr interessant, als ganzer Markt in etwa so groß wie Deutschland. Starke Zuwächse habe es zuletzt zudem in Spanien, Frankreich und Großbritannien gegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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