Autovermieter
Sixt poltert gegen Terrormaßnahmen

Umsatz pfui, Gewinne hui. So lautet das Motto der Neun-Monats-Zahlen von Sixt. Deutschlands größter Autovermieter ist deutlich profitabler geworden, wagt aber noch keine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr. Derweil äußerte Sixt massive Kritik an den Sicherheitsbehörden. Die "Hysterie" sei unangebracht.
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fas/HB MÜNCHEN. Erich Sixt ist unzufrieden mit der Arbeit der deutschen Sicherheitsbehörden. "Wir sind schon besorgt über die Sicherheitsmaßnahmen in Tegel, wo die Sicherheitsbehörden in Hyserie verfallen", sagte Konzernchef Erich Sixt am Montag in München. Die verschärften Maßnahmen zur Terrobekämpfung auf den Flughäfen nannte er "unangebracht und unangemessen".

Sixt fürchtet um Einbußen in seinem Vermietgeschäft, an den deutschen Flughäfen ist Sixt mit Abstand Marktführer. Das Geschäft zieht nach der Krise wieder an, Sixt hat in den ersten neun Monaten zwar an Umsatz verloren, ist aber deutlich profitabler geworden.

Das Unternehmen, das einen großen Teil seiner Umsätze mit Geschäftsreisenden macht, verdiente im Sommerquartal vor Steuern 38 Mio. Euro und damit gut ein Drittel mehr als im Vorjahresquartal. „Wir haben einen weiteren Schritt gemacht, uns der alten Ertragsstärke wieder anzunähern“, sagte Firmenchef und Großaktionär Erich Sixt am Montag. Hält der Aufschwung an und das Geschäft entwickelt sich weiterhin planmäßig, peilt das Unternehmen im kommenden Jahr im Vermietgeschäft eine Umsatzrendite von zehn Prozent an. Nach den ersten drei Quartalen diesen Jahres lag sie bei 8,6 Prozent. Im Vorjahr war der Gewinn des Konzerns eingebrochen, weil viele Geschäftsleute auf teure Flugreisen verzichtet hatten.

Dadurch waren viele Autos, die Sixt normalerweise an Flughäfen vermietet, nicht im Einsatz. Nun ist die Fahrzeugflotte wieder besser ausgelastet. Außerdem verzichtete Sixt zuletzt auf weniger rentable Geschäfte und trieb den im Vorjahr eingeleiteten Sparkurs voran. Das kam auch an der Börse gut an: Die Sixt-Aktie legt knapp zwei Prozent zu.

Für das laufende Jahr geht Sixt weiterhin von einer erheblichen Ergebnissteigerung im Vergleich zum 2009. Der Umsatz dürfte hingegen leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.

Allzu großen Optimismus will Firmenchef Sixt für die kommenden Monate nicht versprühen. Zu groß seien die Unsicherheiten - etwa bei der Konjunkturentwicklung in den USA oder einigen schuldengeplagten europäischen Ländern. Zudem könnte die Terrorwarnung in Deutschland das Geschäft beeinträchtigen. Er sei besorgt wegen der verschärften Sicherheitsmaßnahmen - etwa am Berliner Flughafen Tegel, sagte Sixt. Dort seien die Behörden „nahezu in Hysterie verfallen. Das könnte Reisende abschrecken.“

Größere Zukäufe peilt Sixt vorerst nicht an. Wenn sich eine Chance biete, könne das Unternehmen aber zuschlagen, betonte Sixt.

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