Autovermieter testet „Avis Basic“
Avis bringt eigenes Billig-Angebot

Um der Kunkurrenz gewachsen zu sein, probt Deutschlands drittgrößter Autovermieter Avis nun selber den Einstieg ins Billigsegment. Die Branchenführer Sixt und Europcar locken bereits mit günstigeren Angeboten potenzielle Kunden.

HB FRANKFURT. „Wir konnten uns dem Trend zum preisbewussten Anmieten von Fahrzeugen nicht entziehen“, sagte Avis-Deutschland-Chef Gerd Hartmann am Dienstag. Das neue Angebot mit dem Namen „Avis Basic“ wende sich an preissensible Kunden, die das Auto vorwiegend privat nutzten.

Für ein halbes Jahr würden Fahrzeuge mit dem neuen Tarif zunächst an drei Stationen in Berlin, Düsseldorf und München angeboten, sagte Hartmann. Sollte die Probephase erfolgreich sein, wolle Avis das Angebot bis Ende 2004 auf rund 20 Stationen in größeren deutschen Städten ausdehnen. Er rechne damit, dass „Avis Basic“ nach dem ersten halben Jahr schwarze Zahlen schreibe. Gebucht werden könne ausschließlich über das Internet.

Seit Jahren kämpfen die Autoverleiher mit sinkenden Umsätzen und versuchen jetzt, mit billigeren Angeboten neue Kundengruppen zu gewinnen. Der Bundesverband der Autovermieter Deutschlands (BAV) schätzt, dass der deutsche Autovermietungsmarkt dieses Jahr auf 2,0 (2002: 2,15) Mrd. € schrumpft. Damit würden die Umsätze seit dem Boomjahr 2000 kontinuierlich zurückgehen. Avis erwartet 2003 einen fast stagnierenden Markt.

Der Marktanteil von Avis Deutschland, einer Tochter von Europas größtem Autovermieter Avis Europe, lag nach Aussagen Hartmanns im vergangenen Jahr bei 13,0 %. Damit sei das Unternehmen die Nummer drei nach Sixt (23,0 %) und der Volkswagen-Tochter Europcar (20,1 %). Diese Marktanteile werden sich nach der Einschätzung Hartmanns 2003 nicht wesentlich verschieben.

In diesem Jahr sind bereits Branchenführer Sixt mit der Marke Sixti sowie die Volkswagen-Tochter Europcar mit der wiederbelebten Marke Interrent ins Billigsegment eingestiegen. BAV-Geschäftsführer Klaus Langmann-Keller ist aber skeptisch, ob diese Strategien Erfolg haben werden. Er glaube nicht, dass der gesamte Vermietmarkt dadurch nennenswert wachsen wird, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Kunden merken schnell, dass zu den Grundkosten meist noch Zusatzkosten kommen, so dass sich die vermeintlichen Billigangebote dann doch in Richtung der Normalangebote bewegen."

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