Autovermietung
Eurazeo will Europcar nicht zerschlagen

Der Wolfsburger VW-Konzern wird seinen Autovermieter Europcar an den französischen Finanzinvestor Eurazeo verkaufen. Nachdem weitere strittige Punkte geklärt worden seien, sei es sehr wahrscheinlich, dass der Verkauf bereits heute angekündigt werde, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

hof/vwd FRANKFURT. Die nötige Zustimmung des VW-Aufsichtsrats gilt als sicher, zumal Eurazeo Europcar als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen weiterführen will, wie ein Sprecher betonte.

Schon am Dienstag will sich der neue Eigentümer dem Europcar-Betriebsrat präsentieren: Dann werde Eurazeo erklären, „was mit Europcar geplant ist“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Lubig. VW und Eurazeo hatten am Dienstag bestätigt, dass exklusive Verhandlungen über Europcar geführt werden.

Die börsennotierte französische Investment-Gruppe ist bereits über die Firma Fraikin in der Autovermietung tätig. Allerdings ist Fraikin auf die Vermietung von LKWs und Nutzfahrzeugen spezialisiert. Eurazeo werde Europcar weder zerschlagen noch fusionieren, hieß es. Ein Sprecher hatte bereits angekündigt „das überaus erfolgreiche Geschäft von Europcar auszubauen und weiterzuentwickeln“. VW wollte die Meldungen gestern nicht kommentieren, Eurazeo war zu einer aktuellen Stellungnahme nicht zu erreichen.

Als Kaufpreis für den Autovermieter waren zuletzt drei Mrd. Euro im Gespräch – etwa zwei Drittel davon entfällt allerdings auf die Übernahme von Schulden. Europcar gilt als größter Autovermieter Europas mit 5 300 Beschäftigten in rund 145 Ländern und einem Umsatz von knapp 1,3 Mrd. Euro. Über ein Netz von 2 900 Stationen wird eine Flotte von etwa 220 000 Fahrzeugen vermietet. Der Gewinn vor Steuern betrug 101 Mill. Euro. Auch der deutsche Konkurrent Sixt hatte sich mit dem Investor Apax um eine Übernahme bemüht. Sixt hätte aus kartellrechtlichen Gründen das deutsche Europcar-Geschäft abspalten müssen. Außerdem hatten die Arbeitnehmer große Bedenken gegen einen Zuschlag für Sixt geäußert, da sie bei einer Fusion einen massiven Arbeitsplatzabbau befürchteten.

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