Autovermietung
Sixt scheitert mit neuen Preisen

Autovermieter Sixt hat den Markt getestet: Im Zeichen des anhaltenden Aufschwungs hat das Unternehmen versucht, die Preise in der Branche anzuheben – die Reaktionen fielen entsprechend negativ aus. Doch auch wenn Sixt nicht teurer werden darf, es reicht offenbar dennoch für ein neues Rekordjahr.

MÜNCHEN. Trotz der guten Konjunktur kann Marktführer Sixt die Preise für Mietwagen in Deutschland nicht erhöhen. „Im Augenblick sieht es nicht so aus, als könnte uns das gelingen“, sagte Firmengründer, Vorstandschef und Großaktionär Erich Sixt in München. Sixt hatte versucht, die Preise im zweiten Quartal um zwei bis drei Prozent anzuheben, musste aber zurückziehen. „Sonst hätten wir den ein oder anderen Großkunden verloren“, sagte Erich Sixt, der fast 30 Prozent des deutschen Vermietgeschäftes kontrolliert. Im zweiten Halbjahr will der Marktführer einen neuen Versuch machen.

Dennoch laufen die Geschäfte rund. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz im Vermiet- und Leasinggeschäft um zehn Prozent auf 649 Mill. Euro, das Vorsteuerergebnis legte 13 Prozent auf 71 Mill. Euro zu. „Damit ist das dritte Rekordjahr in Folge in Sicht“, sagte Sixt. Er bestätigte zudem die Jahresprognose, nach der Sixt 2007 den Umsatz um fünf bis zehn Prozent steigern will, der Gewinn soll ebenfalls überproportional zulegen. Sixt bezeichnete die Prognose als „konservativ“. „Das Umfeld für Sixt erachten wir nach wie vor als positiv“, schrieben die Analysten der Unicredit und gaben wegen der starken Zahlen eine Kaufempfehlung für die Aktie aus, das Papier legte am Nachmittag gut drei Prozent zu.

Nicht höhere Preise sondern eine gestiegene Auslastung der Fahrzeuge habe die Margen verbessert sagt Sixt. „Ein Prozent mehr Auslastung bringt vier Millionen Euro zusätzlichen Ergebnisbeitrag“, sagt Sixt ohne die Auslastung seiner Flotte näher zu beziffern. Im Leasinggeschäft kämpft Sixt hingegen mit Problemen. Wegen der ungeklärten Besteuerung von Leasingverträgen habe sich die Kundschaft im ersten Halbjahr deutlich zurückgehalten, klagte Sixt. Zudem drücken die steigenden Zinsen auf das Geschäft, das Vorsteuerergebnis im Leasingbereich sank um drei Mill. auf 4,3 Mill. Euro.

Besser laufen die Geschäfte im Ausland. Sixt baut derzeit seine Stationen vor allem in Frankreich und Spanien aus. In Osteuropa sind die Münchener jetzt in 16 Ländern aktiv. Zuletzt eröffnete Sixt in Weißrussland eine Station. Insgesamt gibt es 100 Sixt-Stationen in Osteuropa. Das Netz soll kräftig wachsen, kündigte Sixt an.

Das Auslandsengagement, das früher viel Geld gekostet hat, beginnt sich auszuzahlen. Außerhalb Deutschlands wuchsen die Erlöse im ersten Halbjahr um 25,2 Prozent auf 130,2 Mill. Euro. Der Vorsteuergewinn verdreifachte sich auf 12,8 Mill. Euro. „Es ist mittelfristig unser Ziel, Europcar als Marktführer in Europa abzulösen,“ sagte Sixt.

Europcar setzte im vergangenen Jahr 1,5 Mrd. Euro um, Sixt 1,2 Mrd. Die einstige Tochter des VW-Konzerns ging 2006 inklusive Schulden für 3,3 Mrd. Euro an die französische Beteiligungsgesellschaft Eurazeo und greift Sixt massiv in Deutschland an. Kurz nach der Übernahme kaufte Europcar das Europa-Geschäft der Vanguard-Gruppe. Sixt kontert die Angriffe traditionell kämpferisch: „Wir jagen die Konkurrenz und treiben sie dem Abgrund zu.“

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