Autovermietung

Sixt stellt sich auf schwere Zeiten ein

Carsharing und das US-Geschäft belasten das Ergebnis des Autovermieters Sixt. Der Gewinn geht um 11,2 Prozent zurück - und der Ausblick ist trübe. Die konjunkturellen Risiken für die zweite Jahreshälfte nehmen zu.
Update: 21.08.2012 - 11:54 Uhr Kommentieren
Strahlend ist nur das Logo: Sixt büßt Gewinn ein. Quelle: dpa

Strahlend ist nur das Logo: Sixt büßt Gewinn ein.

(Foto: dpa)

MünchenDer Autovermieter Sixt hat im ersten Halbjahr deutlich weniger Gewinn eingefahren. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sackte auf 63,4 Millionen Euro ab, das sind 11,2 Prozent weniger als vor Jahresfrist, wie der Konzern aus Pullach bei München am Dienstag mitteilte. Höhere Ausgaben sowie Anlaufkosten für den Aufbau des Geschäfts im weltgrößten Vermietmarkt USA und für die Carsharing-Firma DriveNow, die Sixt gemeinsam mit BMW betreibt, drückten den Gewinn.

„Wir haben in den USA erfolgreich Fuß gefasst“, sagte Finanzchef Julian zu Putlitz. Beim Start von DriveNow in San Francisco ist Sixt allerdings nicht mit an Bord, die Tochter dort gehört vollständig BMW. Von einem „Abnabelungsprozess“ wollte zu Putlitz aber nicht sprechen.

Insgesamt hätten sich alle Zahlen im Rahmen der Erwartungen entwickelt und seien angesichts der Lage in Europa „sehr ordentlich“, sagte zu Putlitz. Auch wenn im Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag keinen neues Rekordjahr erreicht werde, gebe es keinen Grund zur Unzufriedenheit.

Ein Gauland als Nachbar? Lieber umziehen!
Sixt-Werbung mit Alexander Gauland
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„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ AfD-Politiker Alexander Gauland. Jérôme Boateng erlebte danach zahlreiche Solidaritätsbekundungen – sogar Politiker wie Sigmar Gabriel oder die Bundeskanzlerin schalteten sich ein. Nun mischt auch Sixt mit und nimmt Gauland auf die Schippe. Mehr zu der Kampagne.

2014: GDL
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„HDGDL, GDL“ - mit dieser leicht ironischen Botschaft bedankt sich der Autovermieter Sixt für den Bahnstreik. Das Buchstabenkürzel „HDGDL“ steht in der Sprache von SMS und Whatsapp für „Hab' dich ganz doll lieb“, die Abkürzung GDL steht für die Gewerkschaft der Lokführer, die am Wochenende die Deutsche Bahn bestreikt hat. Der Streik hat bei vielen Reisenden für Unmut gesorgt - und das Geschäft bei Autovermietern und Fernbussen angekurbelt.

2014: Roberto Blanco
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Zuletzt warb beispielsweise der Schlagersänger Roberto Blanco in einem vielbeachteten Internet-Musikvideo für Cabrios von Sixt. Ironischer Titel des Songs: „Ein bisschen Spar'n muss sein“. Darin macht sich der Schlagersänger selbstironisch über den Unterhaltsstreit mit seiner Ex-Frau lustig. Textbeispiele: „Goldene Uhren, riesiger TV - ich habe alles verloren, nur wegen meiner Ex-Frau.“ Nebenbei ständig im Bild: Der Schriftzug des Münchener Autovermieters.

2001: Angela Merkel
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Auch die Kanzlerin hat schon Erfahrung mit den hämischen Werbern von Sixt und ihren Cabrios gemacht: Im Jahr 2001 lästerte der Autovermieter über die Frisur der damaligen CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel – und ließ ihr die Haare zu Berge stehen.

2007: Matthias Reim
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Ein weiterer Pleitegeier, den Sixt für die Werbung nutzte: Schlagersänger Matthias Reim machte 2007 Schlagzeilen mit seiner Finanzmisere - und war sich kurz darauf nicht zu schade, sich selber und einen seiner Mega-Hits an Sixt zu verkaufen. Titel: "Verdammt, ich hab nix"

2007: Gibsnisch!
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Mit einem fiktiven Konkurrenten schickte der Autovermieter auch die eigenen Kunden schon in die Irre. Slogan: Günstiger als bei Sixt gibsnisch!

WM
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Das WM-Aus der Italiener würde von Sixt mit gewohnter Häme kommentiert: Mit einem Tritt mitten in die Männlichkeit warb Sixt für schnelle Cabrios.

Nach Steuern ging das Ergebnis um 12,7 Prozent auf 43,8 Millionen Euro zurück. Der Konzernumsatz dagegen legte um 2,8 Prozent auf 777,1 Millionen Euro zu. Während die Erlöse in der Kernsparte Autovermietung kräftig anzogen, vor allem dank guter Geschäfte im Ausland, ging der Umsatz im Leasingsegment zurück.

Für die zweite Jahreshälfte rechnet Sixt mit schwierigeren Rahmenbedingungen. Die weltweiten Konjunkturrisiken wüchsen und drohten zunehmend auch auf Deutschland überzugreifen, wo der Autovermieter den Großteil seines Geschäfts macht. Vorstandschef Erich Sixt bekräftigte aber seine Gewinnprognose, wonach er 2012 „mit einem erfreulichen Ergebnis“ abschließen werde.

Das EBT soll jedoch unter dem Rekordwert von 2011 liegen. Beim Umsatz kündigte Sixt eine leichte Steigerung an, getragen vor allem von Wachstum bei den Vermietungserlösen. Bei den Leasingumsätzen wird jetzt ein leichter Rückgang erwartet; bisher hielt das Unternehmen auch hier ein Plus für möglich.

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