BA und Easyjet trotzen Ölpreisen
Britische Airlines zeigen Stärke

British Airways (BA) und Easyjet trotzen dem Anstieg der Ölpreise. Die beiden im europäischen Spitzenfeld rangierenden britischen Fluggesellschaften haben am Freitag ihre Gewinnerwartungen hochgeschraubt. Dabei setzen sie auf eine höhere Nachfrage, teurere Tickets und Kostensenkungen.

HB LONDON. British Airways (BA), die zweitgrößte Fluggesellschaft des Kontinents, veröffentlichte am Freitag einen Gewinnanstieg um 36 % im ersten Geschäftsquartal und übertraf damit die Erwartungen von Branchenexperten. Dabei wirkten sich die höhere Nachfrage nach Flügen in der First- und Business-Class, zusätzliche Einnahmen durch Kerosin-Aufschläge und niedrigere Kosten positiv aus. BA hob nach dem überraschend starken Quartal die Prognose für das Gesamtjahr an.

Europas zweitgrößte Billigfluglinie Easyjet meldete für Juli einen Anstieg der Passagierzahlen um 18 % zum Vorjahr. Easyjet geht nun laut Unternehmenschef Ray Webster für das Geschäftsjahr von einem Vorsteuergewinn auf dem Vorjahresniveau von 62,2 Mill. Pfund aus. Bislang hatte das Unternehmen mit einem leicht rückläufigen Gewinn gerechnet.

Analysten sprechen von guten Zahlen

Analysten sahen in den Zahlen beider Unternehmen sowie in den zuvor veröffentlichten Eckdaten des größten europäischen Billigfluganbieters Ryanair ein Zeichen der Stärke trotz hoher Treibstoffkosten. „Es sind ziemlich gute Zahlen, das steht fest. Wie wir bei Ryanair gesehen haben, verbessert sich die Lage beim Preis pro Passagier (Yield) sowie beim Umsatz für die führenden europäischen Gesellschaften schneller als die Treibstoffkosten steigen“, sagte Analyst Nick van den Brul von BNP Paribas. Zwar habe sich der Ausblick für die Kerosinpreise weiter eingetrübt, aber dennoch seien die Umsatzerwartungen gestiegen, sagte ein weiterer Branchenexperte.

„Die anhaltende Stärke des US-Dollar und die erhöhten (Kerosin-)Aufschläge auf die Ticketpreise haben die Umsatz-Aussichten verbessert“, erklärte BA-Chairman Martin Broughton. Im Geschäftsjahr bis Ende März 2006 werde nun ein Umsatzplus von 5,5 bis 6,5 % erwartet - statt wie bislang von 4,5 bis 5,5 %. Im Quartal bis Ende Juni steigerte BA seinen operativen Gewinn um 36 % auf 176 Mill. Pfund (rund 253 Mill. €). Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen von im Schnitt 141 Mill. Pfund. In diesem Jahr erwartet BA um rund 525 Mill. Pfund höhere Treibstoffpreise als 2004.

Ryanair hatte seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal ebenfalls stärker als erwartet gesteigert. Das irische Unternehmen hatte darauf verwiesen, der Treibstoffaufschlag anderer Gesellschaften habe die Nachfrage nach Billigflügen weiter angekurbelt. Der Ölpreis ist seit Jahresbeginn um mehr als 40 % auf Rekordwerte gestiegen. Darunter leiden weltweit besonders die Fluggesellschaften, für die der Treibstoff einen erheblichen Anteil an den Gesamtkosten ausmacht.

Trotz des besseren Ausblicks gaben die Aktien von BA am Freitag in London 0,4 % auf 289,25 Pence nach. Die Anteilsscheine von Easyjet legten hingegen 2,6 % auf 256,68 Pence zu.

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