BAA gewinnt
Briten schnappen Deutschen den Budapester Flughafen weg

Der britische Flughafenbetreiber BAA hat sich beim Bietgefecht um den Betrieb des Budapester Flughafens gegen die deutschen Konzerne Fraport und Hochtief durchgesetzt.

HB BUDAPEST. BAA will für 75 Prozent minus einer Aktie an dem Flughafen der ungarischen Hauptstadt 464,5 Mrd. Forint (rund 1,86 Mrd. Euro) bezahlen und hat damit das höchste Angebot vorgelegt. Das gaben der ungarische Finanzminister Janos Veres und der Chef der Privatisierungsholding APV, Tamas Meszaros, am Donnerstag in Budapest bekannt. Der Kaufpreis beinhaltet das Recht, den Flughafen 75 Jahre lang zu nutzen.

Hochtief hatte sich bei einer ersten Ausschreibung im Sommer noch mit einem Angebot von 390 Mrd. Forint (rund 1,56 Mrd. Euro) durchgesetzt. Das Geschäft war jedoch von einem Budapester Arbeitsgericht für ungültig erklärt worden, weil die APV die Arbeitnehmervertretungen nur unzureichend informiert habe. Die Privatisierungsholding schrieb daraufhin die Transaktion erneut aus.

BAA befinde sich jetzt in abschließenden Verhandlungen mit der ungarischen Privatisierungsbehörde, teilte das Unternehmen am Donnerstag in London mit. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und der Essener Bauriese Hochtief wollten sich nicht näher äußern. Ein Fraport-Sprecher sagte auf Anfrage lediglich: „Wir haben ein aus unserer Sicht angemessenes, betriebswirtschaftlich vernünftiges Angebot gemacht. Ein höheres Angebot hätte sich auch im Nachhinein für uns nicht gerechnet.“

Unklar ist, ob der Erlös aus dem Flughafenverkauf noch in diesem Jahr in die Kasse fließt – und ob er dem Defizitsünder Ungarn überhaupt im Konflikt mit den Euro-Stabilitätsregeln der EU hilft. Die EU-Statistikbehörde Eurostat hatte zuletzt Erlöse aus dem Verkauf von Autobahnen nicht als defizitmindernd anerkannt. Damit liegt das ungarische Staatsdefizit derzeit bei mehr als 6 Prozent, also deutlich über der für eine Mitgliedschaft im Euroland maximal erlaubte Marke von 3 Prozent.

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