Bäckereikette: Kamps wechselt wieder den Besitzer

Bäckereikette
Kamps wechselt wieder den Besitzer

Die Bäckereikette Kamps hat einen neuen Besitzer. Der Finanzinvestor Equity Capital Management (ECM) verkauft seine Anteile an eine französische Unternehmensgruppe. Die will die Auslandsexpansion von Kamps voranbringen.
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DüsseldorfDie deutsche Bäckereikette Kamps wechselt erneut den Besitzer und wird von der französischen Gruppe Le Duff übernommen. Unternehmenskreise bestätigten gegenüber Handelsblatt Online damit vorangegangene Medienberichte. Der Frankfurter Finanzinvestor Equity Capital Management (ECM) hatte Kamps im Sommer 2010 von dem italienischen Nudelkonzern Barilla übernommen. Der Verkaufspreis soll damals bei 30 bis 40 Millionen gelegen haben. Über den aktuellen Übernahmepreis ist noch nichts bekannt.

ECM hat die Bäckereikette in den vergangenen fünf Jahren stark verschlankt: Die Anzahl der Filialen wurde etwa halbiert und die fünf Produktionsstandorte auf einen reduziert. Nach wie vor ist Kamps eine der bekanntesten Bäckereimarken in Deutschland mit 415 klassischen Filialen vor allem in Nordrhein-Westfalen sowie bundesweit mit rund 70 Kamps-Backstuben, dem Premium-Konzept des Unternehmens. Der Umsatz lag 2014 bei über 200 Millionen Euro.

Mit Le Duff geht die Bäckereikette nun wieder an eine Konzerngruppe, die auf den Gastronomiebereich spezialisiert ist. Zu der Gruppe Le Duff, die nach eigenen Angaben in 80 Ländern präsent ist, gehören mehrere Restaurant- und Bäckereiketten wie Del Arte, Bruegger’s Bagel oder Madeleine. Der Jahresumsatz liegt bei 1,5 Milliarden Euro. In Deutschland ist Le Duff bisher nur mit wenigen Bäckereien der Marke Brioche Dorée und über den Backwarenzulieferer Bridor präsent. Letzterer liefert an  Kunden wie Metro oder die Hotelkette Accor.

Mit der Übernahme von Kamps will Le Duff nun seine Position am deutschen Markt stärken. Anfang des Jahres war Gründer und Geschäftsführer der Gruppe Louis Le Duff persönlich nach Deutschland gereist. Nach der Übernahme sagte er gegenüber französischen Medien, dass er den deutschen Markt schon lange ins Auge gefasst habe: „Das ist ein strategisches Bündnis. Der deutsche Markt ist gemessen an Größe und Wachstum der wichtigste in Europa.“ Jaap Schalken, den Geschäftsführer von Kamps, kenne er schon seit beinah sieben Jahren. „Wir teilen die gleichen Werte – vor allem wenn es um die Qualität unserer Produkte geht“, sagte Le Duff.

Die beiden Geschäftsmänner dürften darüber hinaus vor allem das Interesse am internationalen Markt teilen. Die französische Unternehmensgruppe ist bisher vor allem in den USA und Asien auf Expansionskurs. Die Übernahme von Kamps markiert laut Le Figaro eine wichtige Wende: „Dieses mal greift Le Duff in Europa an.“ Schalken eröffnete Ende 2013 die ersten Kamps Backstuben in London. „Wir freuen uns, mit der Expertise im Bäckerei- und Quick-Service-Bereich und der internationalen Reichweite der Groupe Le Duff diese Plattform weiter auszubauen und die vor uns liegenden Wachstumspotenziale zu realisieren“, teilte Schalken mit. Eines der ersten Ziele der Übernahme sei es, das Unternehmen bei der Expansion im Ausland zu unterstützen, sagte Geschäftsführer Le Duff übereinstimmend. Ihm zufolge bleibt Kamps in der Gruppe als eigenständiges Unternehmen bestehen.

Caroline Lindekamp
Caroline Lindekamp
Handelsblatt / Freie Journalistin

Kommentare zu " Bäckereikette: Kamps wechselt wieder den Besitzer"

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  • Die teure und schlechte Kamps-Nu... hat schon wieder einen neuen Zuhälter. So what?! Kauf da sowieso nix, hab da noch nie was gekauft.

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