BaFin prüft
Womöglich neuer Ärger für Air Berlin

Die wegen Verdachts auf Insiderhandel ins Trudeln geratene Fluggesellschaft Air Berlin könnte neuen Ärger bekommen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüft Medienberichten zufolge, ob die Airline gegen die Ad-hoc-Publizitätspflicht verstoßen hat.

HB BERLIN. Geklärt werden muss, ob die Aktionäre umfassend genug über die angepeilte Übernahme des Konkurrenten dba informiert worden seien. In einer Ad-hoc-Meldung, die das Unternehmen am 17. August 2006 und damit vier Wochen nach Abschluss einer Absichtserklärung zum Kauf von dba veröffentlicht hat, sei der Coup gerade mal mit einer Zeile gewürdigt worden. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ weiter berichtete, hat ein Air-Berlin-Sprecher den Verdacht, die Geschäftsleitung könnte womöglich gegen die Ad-hoc-Publizitätspflicht verstoßen haben, zurückgewiesen. Eine renommierte Anwaltskanzlei habe den Vorgang damals sorgfältig geprüft und den Air-Berlin-Managern im Hinblick auf ein mögliches Scheitern des Geschäfts von einer früheren Bekanntgabe abgeraten, hieß es.

Am Dienstag hatten Polizeibeamte und BaFin-Mitarbeiter insgesamt zehn Firmengebäude und Privatwohnungen durchsucht. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold wies die Vorwürfe zurück, die gegen ihn, Aufsichtsratschef Johannes Zurnieden und drei Abteilungsleiter gerichtet wurden.

Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit der Übernahme der Münchner Fluglinie dba durch Air Berlin im vergangenen August. Die Beschuldigten wurden von der Staatsanwaltschaft verdächtigt, seit Juni 2006 Insiderwissen über die geplante Übernahme „einer Luftfahrtgesellschaft in München“ verwendet und kurz nach Abschluss einer Geheimvereinbarung über den Beginn von Übernahmeverhandlungen massiv Aktien des eigenen Unternehmens gekauft zu haben. Nach der offiziellen Bekanntgabe der Übernahme war der Kurs der Air-Berlin-Aktie um über zehn Prozent in die Höhe geschossen.

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