BAG: Keine verläßlichen Hinweise auf Trendwende
Einzelhändler bleiben trotz Lichtblicken skeptisch

Die deutschen Einzelhändler sind trotz der Aufhellung des Konsumklimas und der jüngsten Umsatzsteigerungen noch nicht von einer Wende zum Besseren für die gebeutelte Branche überzeugt.

Reuters BERLIN. „Es mehren sich die Einschätzungen, dass das Tal der Tränen durchschritten sei. Eine Schwalbe oder auch wenige Schwalben machen jedoch noch keinen Sommer“, erklärte der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (BAG), Walter Deuss, am Mittwoch in Berlin. Zwar hätten die längeren Öffnungszeiten am Samstag die Umsätze angekurbelt und die Erwartungen übertroffen. Dennoch hätten die überwiegend textil-orientierten BAG-Mitglieder im ersten Halbjahr im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahr ein Umsatzminus von drei bis vier Prozent verzeichnet.

In den ersten fünf Monaten des Jahres verbuchte die gesamte Einzelhandelsbranche nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen realen Umsatzzuwachs von 0,4 %. Nach langer Durststrecke hatte die Branche zuletzt einige Hoffnungssignale erhalten. So ermittelte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dass die Kauflust der Deutschen langsam zurückkehrt. In der jüngsten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts blickten die Einzelhändler jedoch trotz der derzeit besseren Geschäftslage noch immer pessimistisch in die Zukunft.

Deuss begrüßte die Absicht der Regierung, die Steuerreform vorzuziehen und so die Kaufkraft der Bürger zu erhöhen. Allerdings könne der zur Finanzierung geplante Subventionsabbau bei betroffenen Unternehmen zu Entlassungen führen. Auch eine Erhöhung der Neuverschuldung könne bei den Bürgern die Furcht vor höheren Steuern in der Zukunft wecken.

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