Bahn-Chaos wegen Warnstreiks: „Wir wollen aber nicht die ganze Republik lahmlegen“

Bahn-Chaos wegen Warnstreiks
„Wir wollen aber nicht die ganze Republik lahmlegen“

Geduldsprobe zum Start in die Woche: Die Streiks bei der Bahn haben erhebliche Auswirkungen auf den Zugverkehr. Besonders Pendlerstrecken sind „stark betroffen“. Die Bahn kritisiert den Schritt als unverhältnismäßig.
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BerlinMitarbeiter der Deutschen Bahn haben am Montagmorgen mit Warnstreiks begonnen. In fast allen Bundesländern gebe es Ausstände, erklärte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Sowohl der Fern- als auch der Regionalverkehr seien von Verspätungen und Zugausfällen betroffen. Schwerpunkte seien der Norden, der Westen und der Südwesten Deutschlands. Als besonders betroffene Regionen nannte die Gewerkschaft den Großraum Kiel und die Strecken rund um Leipzig.

„Wir planen punktuelle Aktionen mit bundesweiten Auswirkungen“, sagte Gewerkschaftssprecher Uwe Reitz am Sonntag. „Wir wollen aber nicht die ganze Republik lahmlegen.“

Einige Mitarbeiter hatten den Angaben zufolge bereits um 03.00 Uhr morgens mit Warnstreiks begonnen. In Hamburg wurde demnach die Zugbereitstellung in einem ICE-Werk bestreikt. Deshalb konnten Züge nicht oder erst verspätet losfahren. Zudem streikten Reinigungskräfte in einem Berliner ICE-Werk und in Stralsund. In Sachsen sowie in Frankfurt legten Mitarbeiter ebenfalls die Arbeit nieder.

Die Bahn rät ihren Kunden, sich in den Reisezentren oder über das Internet über die Auswirkungen der Warnstreiks auf dem Laufenden zu halten. Das Unternehmen rechnete damit, dass auch nach dem für 08.00 Uhr angekündigten Ende der Aktionen auch im weiteren Tagesverlauf mit Behinderungen zu rechnen ist (Kunden-Hotline 01805. 99 66 33).

Reisende, die aufgrund streikbedingter Zugausfälle und Verspätungen ihre Reise nicht antreten oder abbrechen müssen, haben nach Angaben der Bahn die Möglichkeit, sich ihre Fahrkarten und Reservierungen kostenfrei erstatten zu lassen. Zuggebundene Fahrkarten könnten aber auch für die nächstmögliche frühere oder spätere Reiseverbindung genutzt werden, erklärte der Konzern.

Für ihre Forderungen wollten die Bahnbeschäftigten am Morgen vor den Hauptbahnhöfen in Duisburg, Saarbrücken und Frankfurt demonstrieren. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Bahn hatte zuletzt Steigerungen von 2,4 Prozent zum 1. Mai 2013 und weiteren 2,0 Prozent zum 1. April 2014 angeboten. Außerdem will sie die betriebliche Altersvorsorge erhöhen und eine Einmalzahlung von 400 Euro gewähren. Die Tarifverhandlungen für die 130.000 Bahn-Beschäftigten sollen am Montagnachmittag fortgesetzt werden.

Am Sonntag hatte die Deutsche Bahn den bundesweiten Warnstreik als unverhältnismäßig kritisiert. Auf dem Tisch liege ein vernünftiges Angebot mit Einkommenssteigerungen und höherer betrieblicher Altersvorsorge, erklärte das Unternehmen am Sonntag.

Zu dem Streik aufgerufen sind laut Reitz unter anderem Reinigungskräfte, Werkstattmitarbeiter und Schalterpersonal. Die meisten Lokführer sind dagegen in der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) organisiert.

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  • Wer ist denn der "Staat"? Das sind sie und ich, die Steuern zahlen. Und der "Staat" hat gar kein Geld! Historisch gesehen 2 Billionen Schulden. Und pro Jahr nach wie vor ein Defizit bei historisch höchsten Einnahmen! Letztendlich greifen uns die Streikenden als Quasi-Beamte wieder in die Tasche.

  • Dann sitzen in Vorstand und Aufsichtsrat der Bahn die falschen Konzernlenker!

    Döhring, FDP sitzt beispielsweise im Aufsichtsrat. Als Repräsentant der Bundesrepublik trägt er eine noch größere Verantwortung als die Nieten in Nadelstreifen. Wahrscheinlich sind Berufspolitiker, die sich zwar immer schön Diäten und Pensionen erhöhen, mit der Aufsichtsfunktion überfordert. Nur so lassen sich die von Ihnen geschilderten Verluste erklären. Bei S21 versagt der Aufsichtsrat und deren Management ja auch auf ganzer Linie. Es ist halt kein Sandkastenprojekt und verlangt den vollen Sachverstand, den Politiker nicht zu haben scheinen. Ist in Berlin auch nicht anders. Austragen sollen es dann die kleinen Angestellten des Staats. Das stinkt ja wohl zum Himmel!

  • @Harlemjump

    Die deutsche Sprache ist wohl nicht Ihre Stärke.

    Rein statistisch müsste Hartz IV Ihnen nicht nur als Begriff bekannt sein.

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