Bahn-Sanierung kommt voran
Bahn brilliert im ersten Halbjahr

Der Sparkurs und mehr Passagiere im Fernverkehr haben der Deutsche Bahn im ersten Halbjahr ein deutliches Plus beschert. Dem Kunden dürfte es wenig nützen, denn wegen der hohen Energiekosten denkt der Konzern intensiv über eine neue Preiserhöhung nach.

HB BERLIN. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte am Dienstagabend in Berlin: „Die dramatische Entwicklung der Energiepreise macht uns große Sorgen.“ Die endgültige Entscheidung über eine mögliche Preiserhöhung steht aber noch aus. Zuletzt hatte die Bahn ihre Tarife im Dezember vergangenen Jahres angehoben.

Derweil machte der bundeseigene Verkehrskonzern bei der Sanierung weitere Fortschritte. Im ersten Halbjahr, in dem die Bahn über Jahre hinweg regelmäßig Verluste machte, fuhr sie nach Zinsen einen Gewinn von rund 35 Mill. € ein. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sie das Ergebnis um fast 100 Mill. € verbessern. Der Umsatz erhöhte sich auf 12,2 Mrd. € (plus 4,2 %). Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr ließ der Vorstand unverändert. Alles in allem soll am Jahresende ein Gewinn von 400 Mill. € übrig bleiben.

Mehdorn betonte, dass es noch keinen Beschluss über eine Preiserhöhung im Personenverkehr gebe. Er deutete aber an, dass der Bahn wegen der drastisch gestiegenen Ausgaben für Strom und Diesel kaum eine andere Wahl bleibe. „Wir steuern gegen, wo wir können. Aber möglicherweise werden wir nicht alles auffangen können.“ Der Vorstand werde „im nächsten halben Jahr“ eine Entscheidung fällen müssen.

Mit dem Verlauf der ersten sechs Monate 2005 zeigte sich Mehdorn zufrieden. Trotz der Konjunkturschwäche habe der Konzern in fast allen Geschäftsfeldern zulegen können. Insbesondere der Personenfernverkehr - in den vergangenen Jahren ein Verlustbringer - habe sich positiv entwickelt. Bei einem Umsatz von 1,5 Mrd. € schrieb die Sparte nur noch ein „kleines Minus“, stellte Finanzvorstand Diethelm Sack fest. Im nächsten Jahr - und damit ein Jahr früher als geplant - soll es ein Gewinn sein.

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