Bahn sieht 9 000 Arbeitsplätze in Gefahr
GDL erwägt Streiks ohne Vorwarnung

In der kommenden Woche könnten die Lokführer auch ohne Vorwarnung in den Streik treten. „Wir überlegen, die Streiks nur noch sehr kurzfristig anzukündigen“, sagte der Chef der Gewerkschaft der Lokführer GDL, Manfred Schell, der „Welt am Sonntag“. Bislang hatte die GDL ihre Arbeitskämpfe mindestens 24 Stunden vorher angesagt. Nach Informationen des Blattes denkt die Gewerkschaft sogar darüber nach, Streiks gar nicht mehr anzukündigen.

HB BERLIN. Schon am Dienstagnachmittag könnte es so weit sein. Nach dem dreistündigen Bahnstreik am Freitag hatte die GDL der Deutschen Bahn ein Ultimatum bis Dienstagmittag gesetzt. Spätestens dann soll die Bahn ein Angebot über einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer und Fahrpersonal vorlegen. „Wenn die Bahn uns bis dahin kein Angebot macht, werden wir auf jeden Fall wieder in den Arbeitskampf treten“, sagte Schell.

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale schloss Zugeständnisse aus. „Wir lassen uns nicht mit Streiks erpressen“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. Die Bahn habe bereits zehn Prozent mehr Lohn geboten. Die GDL-Forderungen nach 31 Prozent seien unerfüllbar. „Bei diesen Lohnsteigerungen wären wir nicht mehr wettbewerbsfähig und würden Aufträge verlieren“, sagte Suckale.

Nach Bahn-Angaben würde der von der GDL geforderte Abschluss so viel kosten wie der, den der Konzern bereits mit den Bahngewerkschaften Transnet und GDBA abgeschlossen hat: 250 Millionen Euro pro Jahr. Könnte sich die GDL mit ihren Lohnforderungen durchsetzen, wären 9 000 Arbeitsplätze im Unternehmen gefährdet.

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