Bahn: Start der neuen Preise ohne Probleme
Bahncard feiert erfolgreiches Comeback

Das Comeback der alten Bahncard ist gelungen. Die Nachbesserungen am Preissystem sorgten bei der Deutschen Bahn zum Verkaufsstart am Freitag für regen Andrang. In den großen Bahnhöfen wurde die wieder eingeführte Bahncard mit 50 % Rabatt zu Hunderten verkauft. Die Wartezeiten an Schaltern und Automaten hielten sich aber im Rahmen, zumal mehr als 800 zusätzliche Servicekräfte im Einsatz waren.

HB/dpa BERLIN. Die Bahn war durch anhaltende Kritik gezwungen worden, ihre Preissystem nach etwas mehr als einem halben Jahr schon wieder zu reformieren. Auch die Rabatte für Frühbucher wurden vereinfacht. In einer ersten Reaktion zeigte sich Personenverkehrsvorstand Karl- Friedrich Rausch mit der Nachfrage zufrieden. „Vor allem die neue Bahncard 50 ist ein Renner.“

Allein am Berliner Bahnhof Zoo wurden in den ersten Stunden rund 400 Bahncards verkauft, deutlich mehr als üblich. Im Münchner Hauptbahnhof gingen bis zum Nachmittag fast 500 Exemplare über die Schalter. Im Hauptbahnhof Frankfurt/Main, wo sonst 100 Bahncards pro Tag verkauft werden, waren es binnen weniger Stunden fast 400. In großen nordrhein-westfälischen Stationen wurden mehr als 750 Bahncards gekauft.

Auch in den nächsten Tagen rechnet die Bahn noch mit stärkerem Andrang. Rausch bat die Kunden um Verständnis für längere Wartezeiten. In vielen Bahnhöfen gibt es Sonderschalter, an denen Kunden Bahncards kaufen oder umtauschen können. Bereits in der Nacht zu Freitag waren Computerprogramme und mehr als 3000 Automaten umgestellt worden. Dabei habe es keine Probleme gegeben, sagte ein Bahnsprecher. In knapp vier Wochen Vorbereitungszeit wurden 24 000 Beschäftigte der Bahn und 20 000 Reisebüromitarbeiter geschult.

Mit den Änderungen will die Bahn nach Einbußen im Fernverkehr Kunden zurückgewinnen. Die wieder eingeführte Bahncard mit 50- Prozent-Rabatt ist mit 200 € für die zweite Klasse teurer als einst mit 140 €. Dafür können bis zu vier Mitfahrer zum halben Preis mitgenommen werden.

Künftig sind Sparpreise für Frühbucher und Bahncard-Rabatte nicht mehr miteinander kombinierbar. Nur noch bis zum 30. September 2004 soll die weiter gültige „Bahncard 25“ mit den künftigen Sparpreisen für Frühbucher verknüpft werden können. Hierfür gibt es fortan nur noch zwei Stufen mit 25 oder 50 % Ersparnis. Tickets müssen dafür einheitlich spätestens drei Tage vor der Fahrt gekauft werden.

Der Vorsitzende der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, zeigte sich optimistisch, dass die Bahn Vertrauen der Kunden schnell wiedergewinne. Sie habe die Krise gut gemanagt, indem sie einen Fehler zugegeben und korrigiert habe, sagte Hansen im DeutschlandRadio Berlin.

Aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn müssen sich die Änderungen nun bewähren. Das neue Rabattsystem sei ein erster Schritt, sagte der Vorsitzende Karl-Peter Naumann der dpa. Nun müssten auch die Grundpreise vereinheitlicht werden, damit sie nicht mehr auf derselben Verbindung je nach Strecke stark variierten.

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