Bahn-Tarifkonflikt
Streik lähmt Güterverkehr der Bahn

Der Lokführer-Streik hat am Freitag vor allem Ostdeutschland getroffen, hier kam der Güterverkehr praktisch zum Erliegen. Wie es weitergeht, ist noch unklar: Während die Gewerkschaft für kommende Woche neue Streiks in Aussicht stellte, zeichnete sich erstmals auch eine mögliche Lösung des Konflikts ab.

HB FRANKFURT/MAIN. Der bislang folgenschwerste Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat den ostdeutschen Gütertransport am Freitag fast völlig zum Erliegen gebracht. Auch im Westen fuhr laut Bahn nur noch jeder dritte Güterzug. Zudem stellte die GDL für die kommende Woche noch massivere Streiks in Aussicht. Nach Gewerkschaftsangaben sorgten 1800 Streikende für mehr als 1300 Zugausfälle.

GDL-Sprecher Maik Brandenburger sagte am Abend, der Güterverkehr in Ostdeutschland stehe zu 95 Prozent still. „Im Rostocker Hafen etwa geht praktisch nichts mehr.“ Auch die Abläufe im Güterbahnhof Maschen nahe dem Hamburger Hafen seien schwer beeinträchtigt. Weiter sagte der Sprecher, neue Streiks bereits zum Wochenbeginn seien nahezu ausgeschlossen. Danach können diese laut GDL aber umso massiver ausfallen: „Wir werden am Montag oder Dienstag entscheiden, wann es mit Streiks im Güter- oder Personenverkehr weitergeht.“

Die Bahn machte der Gewerkschaft GDL auch am Freitag kein neues Angebot. Für Hoffnung auf eine Lösung des Konflikts sorgten jedoch Berichte über Überlegungen bei der Bahn, die Lokführer mit eigenem Tarifvertrag in eine Tochtergesellschaft auszugliedern. Die Tochterfirma könnte dann einen eigenen Tarifvertrag und Gehaltssteigerungen bekommen, die über denen der restlichen Belegschaft lägen. „Die Idee ist nicht schlecht, dieses zu tun, weil sie anders als bei der Post offensichtlich dazu führt, dass wir hier in der ausgegliederten Gesellschaft dann auch mit höheren Gehältern rechnen könnten“, sagte der stellvertretende GDL-Chef Günther Kinscher dem Nachrichtensender N24.

Bahnvorstand Margret Suckale warnte unterdessen, wegen des Streiks seien massiv Arbeitsplätze im Unternehmen bedroht. Zudem müsse man sich ernsthaft Sorgen über die Versorgungslage in Deutschland machen, sagte sie der „Passauer Neuen Presse“. Am schwersten betroffen sei die Wirtschaft in Ostdeutschland, wo die GDL am stärksten ist. „Der Streik ist daher auch ein Rückschlag für den Aufbau Ost“, sagte Suckale. Auswirkungen auf den Personenverkehr hatte der Streik offenbar nicht.

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