Bahn und GDL Bahn-Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

Der jüngste Bahnstreik ist ein Vierteljahr her - der Tarifkonflikt ist längst nicht gelöst. Beide Seiten bewegen sich nur langsam aufeinander zu. Für Bahnkunden bleibt es spannend, denn die Verhandlungen wurden vertagt.
Update: 02.02.2015 - 19:56 Uhr Kommentieren
Neue Chance auf Einigung: Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), bei den Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn. Quelle: dpa
Tarifverhandlungen von Deutscher Bahn und GDL

Neue Chance auf Einigung: Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), bei den Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn.

(Foto: dpa)

BerlinIm monatelangen Tarifstreit bei der Bahn haben Arbeitgeber und Lokführergewerkschaft ist ein Ende noch immer nicht in Sicht. Arbeitgeber und Lokführergewerkschaft vertagten ihre Gespräche am Montag in Berlin abermals ohne Ergebnis. Beide Seiten bekannten aber den Willen zu einer Einigung.

„Es gibt keinen Stress und wir reden weiter“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber nach den Gesprächen in Berlin. Darin habe die Bahn einen Flächentarifvertrag für Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer und Disponenten vorgelegt.

Aus Sicht der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) ermöglicht der Entwurf aber Lohndumping in der Branche. GDL-Chef Claus Weselsky sagte, der Vorschlag sei zu detailliert zu sehr auf die Deutsche Bahn zugeschnitten. Viel mehr als Entgelt, Wochenarbeitszeit und Zulagen wollen man im Flächentarif nicht festlegen.

Welche Länder in die Schiene investieren
huGO-BildID: 10110060 A high-speed AVE train, on its first journey between Madrid and Barcelona, arrives in Barcelona, Spain, Wednesday, Feb. 20, 200
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Platz 10 - Spanien - Investitionen ins Schienennetz pro Kopf: 27 Euro

Im Krisenland Spanien leidet auch die Infrastruktur unter der anhaltenden Wirtschaftskrise. Die Investitionen ins Schienennetz fallen 2013 deutlich geringer aus als bei den europäischen Nachbarn.

Quelle: Allianz pro Schiene / Unternehmensberatung SCI Verkehr

French SNCF unionists and striking railway workers gather during a strike against a planned reform of the sector at Marseille rail station
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Platz 9 - Frankreich - Investitionen ins Schienennetz pro Kopf: 47 Euro

Streiks legten zuletzt weite Teile des Schienenverkehrs in Frankreich lahm. Das Netz für TGV und Co. wurde zuletzt nicht sonderlich gut gepflegt. Im Vergleich landen die Franzosen auf den hinteren Plätzen.

Präsentation ICE 3
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Platz 8 - Deutschland - Investitionen ins Schienennetz pro Kopf: 54 Euro

Deutschland investiert seit Jahren deutlich mehr Geld in den Straßenbau als in die Schieneninfrastruktur. So droht die Bundesrepublik mit 54 Euro pro Bürger den Anschluss an wirtschaftlich potente Länder in Europa zu verlieren.

italien
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Platz 7 - Italien - Investitionen ins Schienennetz pro Kopf: 81 Euro

Auch in Italien schlägt die Wirtschaftskrise spürbar auf die staatlichen Schieneninvestitionen durch. Umso überraschender ist es, dass Italien mehr Geld in sein Netz investiert als Deutschland.

Neuer Eurostar-Bahnhof in London in Betrieb genommen
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Platz 5 - Großbritannien - Investitionen ins Schienennetz pro Kopf: 120 Euro

Das Netz der verschiedenen privaten englischen Eisenbahngesellschaften, auf denen täglich 18.000 Personenzüge und 1000 Güterzüge verkehren, ist rund 16.880 Kilometer lang. Die Netzausbau kann sich sehen lassen: England brachte 120 Euro pro Bürger auf.

holland
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Platz 4 - Niederlande - Investitionen ins Schienennetz pro Kopf: 139 Euro

Auch in den Niederlanden boomt der Netzausbau: Das deutsche Nachbarland brachte 139 Euro pro Bürger auf. Das Streckennetz wird hier von Pro-Rail betrieben, größtes holländisches Bahnunternehmen ist Nederlandse Spoorwegen N.V.

schweden
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Platz 3 - Schweden - Investitionen ins Schienennetz pro Kopf: 160 Euro

Schweden brachte im vergangenen Jahr 160 Euro pro Bürger auf. Das schwedische Schienennetz umfasst rund 11.481 Kilometer. Auf den wichtigsten Strecken sprintet der Schnellzug X2000.

Die GDL will bis Montag nächster Woche einen eigenen Vorschlag machen. Zwei Tage später wollen sich beide Seiten dann wieder an einen Tisch setzen. Ein weitere Verhandlungstermin ist für den 26. Februar festgelegt.

Die GDL will eine um eine Stunde verkürzte Wochenarbeitszeit durchsetzen. Sie fordert außerdem fünf Prozent mehr Geld. Erschwert werden die Verhandlungen dadurch, dass die GDL dabei in Berufsgruppen jenseits der Lokführer mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft konkurriert.

Ziel der Bahn ist es, dass diese nicht dem Abschluss mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) widersprechen, mit der die Verhandlungen ebenfalls noch nicht beendet sind. Erst am Freitag hatte die EVG einen Warnstreik-Drohung auf Eis gelegt. Zuvor hatte die GDL sechs Mal gestreikt.

  • dpa
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