Bahn verliert gegen Architekten
Gericht verdonnert die Bahn zum Umbau des Berliner Hauptbahnhofs

Gerade erst fertiggestellt, könnte der Berliner Hauptbahnhof die Bahn noch eine Menge zusätzliches Geld kosten. Der Architekt Meinhard von Gerkan war mit einer baulichen Veränderung nicht einverstanden und zog vor Gericht – wo er vorerst einen Sieg errungen hat.

HB BERLIN. „Der Klage wurde stattgegeben“, sagte eine Sprecherin des Berliner Landgerichts am Dienstag. Nach diesem Urteil muss die Bahn die Decke im Untergeschoss des Hauptbahnhofs umbauen. Das Unternehmen kündigte bereits in der Verhandlung Berufung an.

Der Architekt von Gerkan hatte das Unternehmen im vergangenen Herbst verklagt, weil er sein Urheberrecht am Bahnhofs-Bau verletzt sieht. Er hatte bei den Planungen eine Gewölbedecke für das Untergeschoss vorgesehen. Durch den Einbau der Flachdecke durch einen anderen Architekten sah er den gesamten Bau in seiner architektonischen Wirkung beschädigt.

Die Bahn bezifferte die Umbaukosten nach diesem Urteil auf rund 40 Mill. Euro. Es wären drei Jahre Bauzeit notwendig. Das Büro von Gerkans geht für den Umbau von Kosten von weniger als 20 Mill. Euro aus. Die Arbeiten würden den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen.

Der geschätzt etwa 700 Mill. Euro teure Hauptbahnhof, der Ende Mai mit einem großem Fest eröffnet wurde, gilt als Prestigeprojekt der Bahn. Allerdings hatte es bereits mehrfach Unmut über das Objekt gegeben. So wurde aus Spargründen das Glasdach kürzer gebaut als geplant, wodurch Passagiere auf der oberen Etage regelmäßig im Regen stehen.

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