Bahn verteilt rechtsverbindlich Gutscheine bei Verspätungen oder Ausfällen
Dokumentation: Die Fahrgastrechte bei der Bahn

Die Deutsche Bahn (DB) weitet zum 1. Oktober 2004 die Fahrgastrechte aus. Grundlage ist die „Kundencharta Fernverkehr der Deutschen Bahn AG“. Während einige Bereiche wie die Entschädigung bei Verspätungen klar definiert sind, gibt es in anderen Bereichen eher allgemein gehaltene Aussagen.

HB FRANKFURT/MAIN. Hier einige Auszüge und Kernpunkte der Kundencharta:

ENTSCHÄDIGUNG: Bei extremer Verspätung gibt es künftig ein Fünftel des Ticketpreises in Form eines Ticket-Gutscheins zurück: „Hat ein Fernverkehrszug der DB mehr als 60 Minuten am Zielbahnhof des Reisenden Verspätung, fällt ein Fernverkehrszug ersatzlos aus oder verpasst der Reisende auf Grund eines verspäteten Fernverkehrszuges seinen fahrplanmäßigen Anschluss an einen Fernverkehrszug ohne alternative Weiterfahrtmöglichkeit im Ein-Stunden-Takt und hat er damit eine Ankunftsverspätung am Zielbahnhof von über 60 Minuten, erhält der Reisende eine Entschädigung (Gutschein) in Höhe von 20 Prozent auf den Fahrkartenwert.“ Ausnahmen dazu werden in den Beförderungsbedingungen geregelt.

ÜBERNACHTUNG UND TAXI: Notfalls zahlt die Bahn auch ein Taxi oder ein Hotelzimmer: „Kann die Reise wegen Zugausfalls, Zugverspätung oder Versäumnis des Anschlusszuges nicht bis 24.00 Uhr wie geplant mit einem anderen fahrplanmäßigen Verkehrsmittel fortgesetzt werden oder ist eine solche Fortsetzung unter den gegebenen Umständen nicht zumutbar, übernimmt die DB die Kosten für eine angemessene Übernachtung oder sofern preisgünstiger und zumutbar die Kosten für den Transfer mit einem anderen Verkehrsmittel, z.B. Taxi. Die Taxi- und Hotelgutscheine werden in einer Höhe von maximal 80 Euro vergeben.“

INFORMATIONSRECHT: Die Bahn will transparent sein: „Die Kunden der DB erhalten möglichst zeitnah alle erforderlichen Informationen zu ihrer Zugverbindung; hierzu gehören auch Mitteilungen über Verspätungen und Zugausfälle.“

PÜNKTLICHKEIT: Die Bahn will zuverlässiger werden: „Die DB unternimmt alle Anstrengungen, die Pünktlichkeit zu verbessern und auf einem hohen Niveau zu halten.“

SAUBERKEIT: Die Bahn will keine verdreckten Züge und Bahnhöfe: „Ein sauberes Erscheinungsbild der Bahnhöfe und der Züge ist ein zentrales Anliegen der DB. (...) Sie beabsichtigt, den heutigen Stand weiter zu verbessern.“

KLIMA: Die Passagiere sollen weder schwitzen noch frieren müssen. „Bei Ausfall der Klimaanlage oder der Heizung werden den Fahrgästen Plätze in anderen Waggons angeboten. Sind keine freien Plätze vorhanden, bieten die Mitarbeiter der DB den Fahrgästen im Fernverkehr, soweit in der konkreten Betriebslage verfügbar, kostenfrei Warm-/Kaltgetränke an.“

REKLAMATIONEN: Beschwerden sollen schnell bearbeitet werden: „Die DB hat sich zum Ziel gesetzt, Reklamationen innerhalb von zehn Arbeitstagen nach Eingang abschließend zu erledigen. Gelingt dies in Ausnahmefällen nicht, erhalten die Kunden innerhalb dieser Zeit einen Zwischenbescheid.“

Die Bahn berichtete auch, dass sich die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert habe. Im vergangenen Jahr kam es an den bundesweit 23 500 Kreuzungspunkten zwischen Schiene und Straße zu 258 Unfällen mit 39 Toten. 1994 waren es noch mehr als 600. Mit Hilfe der Aufklärungskampagne „Geblickt? - Sicher drüber“ soll das Gefahrenbewusstsein der Verkehrsteilnehmer geschärft werden.

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