Bahn vs. Lokführer
GDL lehnt erneuten Vergleichsvorschlag ab

Vergleichsangebot abgelehnt: Trotz seiner Bitte „um wohlwollende Prüfung“ hatte der Richter des Landesarbeitsgerichts keinen Erfolg mit dem Versuch, Bahn und GDL zusammenzubringen. In Berlin demonstrieren die Lokführer.
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FrankfurtVor dem Landesarbeitsgericht Hessen ist der erneute Vergleichsversuch gescheitert, mit dem der Lokführerstreik beendet werden sollte. Die Gewerkschaft GDL lehnte den Vorschlag des Gerichts ab und verlangte am Freitag eine Entscheidung der zweiten Instanz. Gemäß der Empfehlung des Gerichts hätten sich die Parteien bis zum 15. Dezember auf den Einigungsweg begeben und auch die Konkurrenzgewerkschaft EVG einbeziehen müssen. Bereits am Donnerstag war die Vorinstanz am Arbeitsgericht Frankfurt/Main mit einem Vergleichsvorschlag gescheitert und hatte zuletzt mit einem Urteil den Arbeitskampf der GDL als rechtmäßig und verhältnismäßig anerkannt.

Im Tarifkonflikt hat sich auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zur Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren mit der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL bereit erklärt. Dies gelte allerdings nur „unter der Voraussetzung der Freiwilligkeit und der Einbeziehung eines eigenen Schlichters/Mediators der EVG“, heißt es in einem Schreiben des EVG-Vorsitzenden Alexander Kirchner vom Freitag an die Bahn.

Die EVG hat der konkurrierenden GDL zudem vorgeworfen, ihren Konflikt mit der Deutschen Bahn auf dem Rücken anderer Gewerkschaften auszutragen. „Wenn man die aktuellen Umfragen betrachtet, sieht man, dass eine Mehrheit in der Bevölkerung für Streik kein Verständnis mehr hat“, sagte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel am Freitag in Berlin. Die Bürger wünschten vielmehr ein Eingreifen des Gesetzgebers und eine Einschränkung der Gewerkschaftsrechte.

Hommel warf der GDL vor, entgegen ihrer eigenen Darstellung auch nicht für das Grundrecht der Koalitionsfreiheit zu streiken. „Hier geht es nicht darum, dass Grundrechte einer Gewerkschaft – das würden wir uns auch nicht gefallen lassen – beschnitten werden, sondern um ganz normales Verhandlungsprozedere“, betonte Hommel.

Die Lokführergewerkschaft GDL will den längsten Ausstand in der Unternehmensgeschichte der Deutschen Bahn noch bis Montagmorgen aufrechterhalten. Die konkurrierende EVG streikt dagegen nicht, ihre nächste Verhandlungsrunde mit dem Staatskonzern findet am 21. November statt. Die EVG wirft der GDL vor, nicht für bessere Arbeitsbedingungen im Ausstand zu sein, sondern um Mitglieder zu werben. Die EVG will keinen unterschiedlichen Lohn für die gleiche Tätigkeit bei der Bahn akzeptieren.

Kommentare zu " Bahn vs. Lokführer: GDL lehnt erneuten Vergleichsvorschlag ab"

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  • Es gibt keine Stunde, kein Wochentag, keine Woche, kein Monat, kein Jahr, der bei einem Streik im Reiseverkehr nicht irgendjemanden unpassend wäre !

    Ob Berufs- , oder Freizeit-, oder Urlaubsreisen !

    Wann wäre dann die richtige Zeit zum streiken ?

    Was einige Medien mit der einseitigen, ja parteiisch gegen die GDL, noch skandalöser, gegen den Vorsitzenden mit privaten Daten "berichtet" ist einfach bedenklich und erschreckend.

    Es scheint so, das einige Lobbygruppen und "Volksvertreter", nicht alle aber zu viele, nicht wenige Medien-Unternehmen im Griff haben !

    Liebe betroffene Bahn- oder Flugreisende. Der Streik, die Gewerkschaften sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeitnehmerschaft, um wieder eine Verbesserung im Arbeitsleben zu erreichen, bei der unverschämten Deregulierung im Arbeitsrecht, seit ROT/GRÜN !

    Einzelkämpfer haben kaum Aussichten, da bin ich mir sicher !!!

    Es gibt viele Wege im Vorfeld, die Zug- und Flugausfälle zu überbrücken oder zu mildern !

    Es ist gut, ja auch beruhigend, das es noch solche Gewerkschaftsvorsitzende gibt, mit Rückgrat und Durchsetzungsvermögen !!!

    Weiter so !

  • "Bei großen Unternehmen seien unterschiedliche Verträge für eine Gruppe von Beschäftigten kaum handzuhaben.... " - dass ich nicht lache. Da hat die Bahn mehr als - festhalten - 1000(!) Tochterunternehmen, die sie locker verwalten kann und dann sollen ein paar unterschiedliche Arbeitsverträge zu komplex sein?
    Im Übrigen kostet der Streik die Bahn genau NULL Euro, denn: Macht sie Gewinn, ist ohnehin alles gut und der Staat als alleiniger Eigentümer der Hauptnutznießer. Macht sie Verlust, wird er vom Eigentümer Staat einfach ausgeglichen, d.h. wir Steuerzahler begleichen den fehlenden Betrag. Von so einem Paradies, niemals in Finanznöte geraten zu können, kann jede private Firma nur träumen.

  • Ich rufe alle Betroffenen auf, die GDL in den nächsten Tagen unter der Telefonnummer Tel.: +49 (0) 69 / 40 57 09 - 0 anzurufen und ihr eine e-mail ( info@gdl.de ) zu senden, um der Führung der GDL klar zu sagen, dass der Streik der falsche Weg ist.

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