Handel + Konsumgüter
Bahn will kanadischen Logistiker TDS kaufen

Die Deutsche Bahn will den kanadischen Logistik-Konzern TDS übernehmen und damit zu einem weltweit führenden Automobil-Logistiker werden. Die Bahn wolle für das Unternehmen rund 160 Mill. $ zahlen, erfuhr Reuters am Dienstag aus Unternehmenskreisen.

rtr BERLIN. Güterverkehrs-Vorstand Bernd Malmström habe den Deal in den vergangenen Monaten unter dem Decknamen „Klondike“ vorbereitet. Das Geschäft soll den Angaben zufolgen praktisch besiegelt sein. Malmström selbst bestätigte nach der Reuters-Meldung Verhandlungen: „Der Abschluss ist allerdings noch ungewiss. Tatsache ist, dass TDS gut zu Stinnes passen würde.“ Über die Bahn-Tochter Stinnes und deren Logistik-Zweig Schenker ist die Bahn bereits in Europa mit einer Reihe von Auto-Konzernen im Geschäft. In den USA und in Asien ist das Unternehmen aber bislang schwach vertreten. Das Geschäft muss den Kreisen zufolge noch vom Aufsichtsrat der Bahn genehmigt werden. TDS war zunächst nicht zu erreichen.

TDS arbeitet unter anderem in den USA für Ford und General Motors, transportiert aber auch Teile für Volkswagen, DaimlerChrysler und BMW. Interessant ist daher für die Bahn vor allem, dass TDS Lieferungen über den Atlantik organisiert.

In Deutschland hat TDS unter anderem eine Niederlassung in Emden, die für Audi Autoteile nach China transportiert. TDS (Total Distribution Systems) mit Sitz in London in der kanadischen Provinz Ontario hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 4500 Beschäftigte. Der Umsatz beträgt im Jahr rund 220 Mill. $.

Ein Schenker-Sprecher hatte vergangene Woche Reuters bestätigt, dass das Unternehmen in Nordamerika Gespräche führe. Die Autobranche sei interessant: „Wir haben hier eine strategische Lücke“, hatte der Sprecher bestätigt.

Schenker selbst ist bereits in Deutschland in der Automobillogistik über Tochterunternehmen stark vertreten und übernimmt unter anderem so genannte Just-in-Time-Lieferungen für Audi oder DaimlerChrysler. Auch mit Porsche wird zusammengearbeitet.

Die Bahn konkurriert in den USA nun nicht nur mit den dortigen Branchengrößen Fedex und UPS, sondern könnte auch in Wettbewerb mit der Deutschen Post treten. Die Post versucht seit einiger Zeit ebenfalls über ihre Pakettochter DHL auf dem Markt Fuß zu fassen.

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