Bahn will mit Notfahrplan reagieren
Lokführer wollen 30 Stunden lang streiken

Der Tarifstreit eskaliert: Bei der Bahn werden die Lokführer an diesem Donnerstag und Freitag bundesweit streiken und erstmals länger als einen Tag in den Ausstand treten. Die Stimmung unter den Lokführern ist angespannt, weil die Bahn Streikende fristlos entlassen hat. Für Bahnfahrer gibt es auch gute Nachrichten.

HB FRANKFURT/BERLIN. Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder aufgerufen, von Donnerstagmorgen 2 Uhr bis zum Freitagmorgen um 8 Uhr die Arbeit niederzulegen. Das teilte die GDL am Montag in Frankfurt mit. Damit dürfte es im Regional- und S- Bahn-Verkehr erneut zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen kommen. Denn im Fern- und Güterverkehr kann die Gewerkschaft GDL bis Freitag nächster Woche nicht streiken.

Die Deutsche Bahn hat für den Streik am Donnerstag und Freitag einen Notfahrplan angekündigt. Damit hoffe sie, mehr als 50 Prozent der Züge im Nahverkehr fahren lassen zu können, sagte das für Personenverkehr zuständige Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch am Montag in Frankfurt. Der Notfahrplan soll nach seinen Angaben bis spätestens Mittwochmittag veröffentlicht werden.

Erst am 2. November verhandelt das Sächsische Landesarbeitsgericht in Chemnitz über die Rechtmäßigkeit von Streiks der Lokführergewerkschaft, sagte eine Gerichtssprecherin. Bis dahin gilt der Richterspruch der Vorinstanz, wonach die Lokführer im Nahverkehr die Arbeit niederlegen dürfen, aber den Fern- und Güterverkehr außen vor lassen müssen.

Die GDL hatte auf eine Entscheidung noch in dieser Woche gehofft. „Die GDL ist zuversichtlich, dass Streikrecht im Fern- und Güterverkehr zu bekommen“, teilte die Gewerkschaft mit. Die Bahn will indes ein Streikverbot auch für den Nahverkehr erreichen.

Wie ein Bahnsprecher sagte, habe es zwei fristlose Kündigungen wegen Verstoßes gegen Sicherheitsbestimmungen gegeben. Außerdem seien bundesweit Abmahnungen „im niedrigen zweistelligen Bereich“ ausgesprochen worden.

Einem Lokführer wurde laut Bahn gekündigt, weil er am 3. Juli, dem ersten Streiktag, einen leeren Intercity-Zug auf einer eingleisigen Strecke habe stehen lassen. Hintergrund der zahlreichen Abmahnungen sei, dass Arbeitnehmer, die einen Notdienst verweigern, mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Ziel des Notdienstes sei, einen sicheren Eisenbahnbetrieb zu gewährleisten und Reisenden, die auf die Bahn angewiesen sind, eine Grundversorgung sicherzustellen. „Da besteht eine ganz klare Rechtslage“, sagte der Bahnsprecher.

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