Bahnstreik ab Montag

Lokführer legen Deutschland lahm

Deutschland droht der längste Eisenbahnstreik seit Jahren. Für eine Woche wollen die Lokführer ihre Arbeit niederlegen. Ab Montag stehen die Güterzüge, ab Dienstag die Personenzüge. Minister Gabriel warnt vor den Folgen.
Update: 04.05.2015 - 07:15 Uhr 35 Kommentare

Lokführer: Streik bis Sonntag

DüsseldorfDie Lokführer wollen fast eine ganze Woche lang streiken. Bahnkunden müssen sich wegen des bisher längsten Arbeitskampfes in dem Tarifkonflikt in den nächsten Tagen auf starke Einschränkungen im Zugverkehr einstellen. Der Streik soll im Personenverkehr knapp sechs Tage dauern und am Dienstag um 2.00 Uhr morgens beginnen, teilte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Sonntag in Frankfurt am Main mit. Im Güterverkehr geht es bereits am Montag um 15 Uhr los. Beendet werden soll der Ausstand am Sonntag um 9 Uhr. Es wäre bereits der achte Streik in der seit Monaten laufenden Auseinandersetzung.

Die Deutsche Bahn arbeitete am Sonntag an einem Ersatzfahrplan. Das Unternehmen bezeichnete den geplanten Streik als „maßlos und unangemessen“. Er werde zu schweren Beeinträchtigungen im Zugverkehr führen. „Damit schadet die GDL nicht nur massiv den Bahnkunden, der DB und ihren Mitarbeitern, sondern auch der deutschen Wirtschaft und der Sozialpartnerschaft“, erklärte die DB.

Der angekündigte Streik werde Pendler und Reisende, aber auch die Deutsche Bahn und die gesamte deutsche Wirtschaft insgesamt schwer treffen, sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel der „Bild“. „Alle Beteiligten müssen sich fragen, ob der Schaden, den dieser Ausstand anrichten könnte, noch in einem vernünftigen Verhältnis zur eigentlichen Auseinandersetzung steht.“

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kritisierte den Streik. „Ich habe Verständnis dafür, dass viele Bürger über das Ausmaß des Streiks verärgert sind“, sagte Dobrindt der „Bild“-Zeitung. „Die Grenze der Akzeptanz dieser Tarifauseinandersetzung in der Bevölkerung ist zunehmend erreicht. Das sollten auch die Verhandlungsführer erkennen.“ „Das Zugpersonal streike für „seine Grundrechte“ wetterte GDL-Chef Claus Weselsky. Erneut „zwinge“ die Deutsche Bahn das Zugpersonal zum Arbeitskampf.

Angesichts des bevorstehenden neuen Streiks macht sich der Vorsitzende des Dachverbands dbb-Beamtenbund, dem die GDL angehört, für eine Schlichtung stark. „Wenn dieser Streik nicht zu einem Verhandlungsergebnis führt, wird es sinnvoll sein, auf einen unabhängigen Dritten zurückzugreifen“, sagte ddb-Chef Klaus Dauderstädt der „Süddeutschen Zeitung“. Auch Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber hatte am Sonntag erneut eine Schlichtung ins Spiel gebracht. Dies lehnt die GDL ab.

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35 Kommentare zu "Bahnstreik ab Montag: Lokführer legen Deutschland lahm"

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  • Hier in Mainz hat Schenker Rail, die Transporttochter der DB AG, ca. 800 Mitarbeiter.
    Die erwirtschaften immer weniger Wagenladungen. Das Transportaufkommen sinkt.
    Auf der Schiene fahren aber nicht nur DB-Güterzüge, wie viele meinen. Von welchem Mitbewerber der DB AG wird Weselsky gesponsert?`Er lässt die DB Lokführer für u.a. weniger Wochenarbeitsstunden streiken. Schenker-Rail dürfte bald Mitarbiter "freisetzen". Die DB-Lokführer werden wohl bald wirklich weniger zu tun haben.
    Solidarität sieht anders aus!

  • @Herr J. Schwarz

    Der Mensch ist schon ein seltsames Tier!
    Dieses “Tier“ tritt mit Vorliebe aufgrund seiner Anatomie nach unten, obwohl die Schmerzen eindeutig in aller Regel von oben verursacht werden. Der Sozialneid nach unten ist wesentlich ausgeprägter als der nach oben, weil der natürliche und geringere Sozialneid nach oben öffentlich medial von OBEN als ungut und krank bezeichnet wird, während der Sozialneid nach unten noch nicht einmal ignoriert wird, zumeist sogar auf hetzerische Art und Weise befördert wird.
    Die GDL bzw. die Lokführer, und nicht der Herr Weselsky, erlauben sich etwas ungeheuerliches, sie tanzen aus der Reihe und legen sich mit der Wirtschaft, Politik und dem beauftragten unfähigen Management an. Das alleine reicht schon aus die unterprivilegierten und armseligen Trottel dieser Republik auf den Plan zu rufen und gegen die Bahnmitarbeiter zu Felde zu ziehen. Diesen armseligen Trotteln und erbärmlichen Feiglingen käme es gar nicht in den Sinn sich mit denen da OBEN anzulegen, - egal wie sehr sie malträtiert werden.

    Oh, wie ich mich nach künstlicher Intelligenz sehne, ich ließe mich lieber von tatsächlicher Intelligenz auf evolutionäre Weise ausrotten, als mich weiterhin von verkommenen Vollpfosten verarschen!!!
    Ja, der Herr wird mich erhören und künstliches Hirn vom Himmel schmeißen und die menschliche Seuche hinwegraffen.

  • "Die Tragweite der Insdustrie 4.0 "

    Lokführer sind ganz oben auf der Liste der durch intelligentere Maschinen zu ersetzenden Berufe. Die Züge machen das meiste sowieso schon allein, der Rest wird durch Leitstellen erledigt. Wenn der Rechtliche Rahmen für autonome Züge stimmt, dann kann die GDL schnell zum Bittsteller mutieren.

    Und nur, weil die träge Bahn AG vor Innovationen zurückschreckt: Die Konkurrenz wird der Bahn AG Marktanteile wegnehmen, denn autonome Züge können sogar mit bedarfsgesteuerten ad hoc Fahrplänen 24/7 klar kommen ohne wieder nach hause fahren zu müssen. Etwas, was die GDL nicht bieten kann. Ihre Fahrer sind anscheinend mit weniger als 40 Stunden chronisch überlastet und überfordert.

  • Ich beneide die Lokführer für die GDL.
    Wenn ich die anderen Gewerkschaften sehe,
    dann sind das nur Labertaschen, die sich die Taschen füllen.
    In der Firma in der ich arbeite hat der IGM Vertreter im Aufsichtsrat
    den Posten des Personalchef in der Firma angenommen.
    Vom Kontrolör zum Untergebenen.
    Prommt vielen die Abfindungen für den anstehenden Personalabbau
    niedrieger aus. Den der BR hat einen anderen Vetreter der IGM zum Verhandlungsführer gemacht.
    Und dann wird von der IGM enttäuschung, Entsetzen und Überraschung geheuchelt über die höhe des personalabbaus.

    Hallo, das hat der Vorstand vorher mit dem Aufsichtsrat abgesprochen-
    Da sitzt die IGM drinnen, wie kann sie da überrascht sein?

    Wir brauchen mehr GDL gewerkschaften und weniger IGM oder DGB

  • Man kann diesen Gerkschafts-Funktionär nur dankbar sein, dass er uns hilft endlich um zu denken. Züge sollte generell ohne Lockführer auskommen. Der aktuelle Stand der Technik ermöglicht es schon seit Jahren, dass man das alles elektronisch durchführt. Elektronik ist sicherer und kennt weder Streik, noch Übermüdung.

    Wie der "Heizer" auf der E-Lok im alten England, so kann man auch auf die Lokführer bestens verzichten. Aber bisher läßt sich das wohl beim ge-BILD-eten Volk nicht so richtig durchbringen.

    Ich wünsche mir, dass Züge in Zukunft elektronisch geführt werden.

  • "Es gibt viel zu wenig Wesselskys in anderen Branchen; die Vorstände schlagen sich die Taschen voll und der normale Mitarbeiter wird kurz gehalten."

    Wenn es der GDL um Geld ginge, wären sie schon längst mit der Bahn AG einig. Wesselsky bedient gern das Klichee hier gegen "Ausbeuter" zu kämpfen und verlegt die Auseinandersetzung ins Grundsätzliche: "Weil wir ein Streikrecht haben, schöpfen wir es auch ohne Rücksicht auf Verluste aus."

    Leider geht die Gewekrschaft nicht verantwortungsbewußt genug mit ihrer Macht um. Meine Erfahrung ist: In dem Moment, indem die Lokführer und somit die GDL auf den Guten Willen der Bahn AG angewiesen sind, weil betrieblich die Sache nicht rund läuft oder auch ganz etwas anderes, dann wird die GDL die kompromisslose, kalte Rute des Vorstands zu spüren bekommen. Irgendwann werden die Lokführer die Bahn AG noch einmal brauchen und sei es erst dann, wenn es darum geht, dass Lokführer entlassen werden müssen. Die GDL hat nicht verstanden, dass die Bahn AG nicht ihr Feind ist, sondern die Hand, die einen Füttert und von der man abhänig ist. Wesselsky als Arbeitskampf-Autist hat nur nicht genug Weitblick, um das zu erkennen.

  • @Herr Niccolo Machiavelli
    Ja wo leben Sie denn, noch so einer im Takatuka-Land!!!

    Die freie menschliche Gesellschaft besteht aus kommunizierenden Röhren, wird das außer Kraft gesetzt kollabiert die freie Gesellschaft, - Punkt und Basta!
    Ihr Geschwafel von Recht wird die Gier gewisser Leute nicht im mindesten einhegen.

  • "In der gegenwärtigen Situation bringt ein Generstreik Deutschland gar nicht voran. Ganz im Gegenteil."

    DOCH! Es muß sich was tun in Deutschland. Die Reichen werden immer reicher, die arbeitenden Menschen bekommen immer weniger. Sehen sie sich an, wieviele Menschen in Deutschland nicht von ihrer Arbeit leben können. Die Renten sinken, die gesundheit muß zunehmend nur noch von den Bürgerngetragen werden. Alles nur der Gier einer kleinen Elite wegen.

    Da muß sich was tun. Und es sollte nicht nur bei den Lokführern bleiben!

  • @ Niccolo Machiavelli
    "Die Selbstbedienungsmentalität von Vorständen ist verabscheuenswürdig, aber ein anderes Thema. Ein Unrecht lässt sich nicht durch ein anderes Unrecht rechtfertigen."
    Streik ist kein Unrecht! sondern ein Recht, welches im Grundrecht unserer Demokratie. Auch wenn es durch unsere Machthaber gerade dem Mammon geopfert werden soll.

  • Ich stimme ihnen vollkommen zu. Es wird aber Zeit, dass nicht nur die GDL fordert, sondern alle arbeitenden Bürger im Lande. Bei uns werden nur die Reichen fett, die die es erarbeiten, können won ihrem Lohn oft kaum leben.
    Bezeichnend ist, dass Wiselsky aus dem osten kommt. Der weiss, dass man auch Dinge ändern kann, die als alternativlos gelten!

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