Bald auch Urlaubsflüge
Billigairline HLX peilt Gewinne an

HLX-Chef Wolfgang Kurth ist davon überzeugt, dass die HLX-Bilanz ab 2005 - und damit früher als geplant - Gewinne ausweisen wird. Das teilte der Vorstandschef in Hannover zum einjährigen bestehen der Fluglinie mit.

HB HANNOVER. Die zum Touristikkonzern Tui gehörende Billigfluglinie wird voraussichtlich schon im nächsten Jahr erstmals Urlaubsflüge von der größeren Tui-Charterairline Hapag-Lloyd Flug übernehmen. Mittelfristig schloss HLX-Chef Wolfgang Kurth am Donnerstag anlässlich des einjährigen Bestehens seiner Airline auch ein Zusammenwachsen beider Fluglinien nicht aus. Zugleich kündigte Kurth an, bis Jahresende mit zusätzlichem Wachstum und sinkenden Kosten die Gewinnschwelle zu erreichen.

Ab 2005 werde die HLX-Bilanz Gewinn ausweisen. HLX werde in diesem Jahr das Ziel von zwei Mill. verkauften Tickets sicher erreichen und wolle die Passagierzahl 2004 um bis zu 20 % auf 2,4 Mill. steigern, so Kurth. Derzeit hat HLX 1,7 Mill. Tickets verkauft.

Der Erfolg seiner Billigairline und das Eindringen anderer Konkurrenten in den klassischen Markt der Urlaubsflüge habe Folgen für die traditionellen Charterfluggesellschaften. Deshalb sei ein Zusammenwachsen von HLX und Hapag-Lloyd Flug nur eine Frage der Zeit. „Das sehe ich kommen. Ich halte ein Zusammengehen auch für sinnvoll“, sagte Kurth. „Das ganze Thema wird bei Tui derzeit ernsthaft diskutiert“, sagte Kurth. In wenigen Monaten werde bereits entschieden, in welchem Umfang HLX von Hapag-Lloyd Flug im kommenden Jahr Urlaubsflüge übernehme.

Tui-Konzernchef Michael Frenzel hatte vor wenigen Wochen angekündigt, die traditionsreiche Hapag-Lloyd Flug in ihren Geschäftsprozessen an der Billigairline auszurichten und damit vor allem rentabler arbeiten zu lassen.

HLX-Chef Kurth, früher selbst für die Charter-Tochter verantwortlich, sagte, Prinzipien der Billigflieger wie Verzicht auf gedruckte Tickets und kostenlose Verpflegung an Bord sowie Buchen per Internet seien ihm früher intern immer als nicht machbar dargestellt worden. Der Erfolg der Billigfluglinien beweise nun das Gegenteil. Binnen eines Jahres sei der dieser Markt in Europa explodiert. Allein in Deutschland gebe es inzwischen neun Anbieter, europaweit bereits rund 50.

Der wichtigste Konkurrent auf dem deutschen Markt, die im vorigen Jahr kurz vor HLX gegründete Germanwings, hat für 2004 noch deutlich ehrgeizigere Pläne als HLX. Die mit der Lufthansa verbundene Billig-Fluggesellschaft rechnet in diesem Jahr mit 2,2 bis 2,4 Mill. Passagieren. „Wir wollen unser Programm im nächsten Jahr weiter ausbauen und planen deutlich mehr als 20 % Wachstum bei den Passagierzahlen“, sagte Germanwings-Sprecher Heinz-Joachim Schöttes auf Anfrage. Die Zahl der bisher 22 Flugziele, die von Köln/Bonn und Stuttgart aus angeflogen werden, solle deutlich erhöht werden.

HLX plant bislang für 2004 über die bisherigen 20 Zielflughäfen nur wenige neue, will die Zahl der Flugzeuge lediglich von zehn auf zwölf erhöhen und strebt vor allem eine höhere Auslastung seiner Maschinen an. Sie liegt derzeit laut Kurth durchschnittlich bei gut 60 % und damit noch unterhalb der angestrebten 80 %, die für ein dauerhaft profitables Geschäft notwendig wären. Allerdings steige die Auslastung, sagte Kurth. Im September sei ein Wert von gut 70 % erreicht worden. Die Kosten könnten so noch weiter sinken. HLX sieht sich bereits jetzt nach der irischen Ryanair, die allerdings auf Regionalflughäfen ohne Start- und Landegebühren ausweiche, als Kostenführer der Branche.

Noch keine Entscheidungen gibt es im Hinblick auf eine Expansion ins Ausland. HLX prüft weiterhin wie Germanwings ein Engagement insbesondere in Osteuropa. Polen sei sehr interessant, sagte Kurth. Die Tui-Aktie legte am Donnerstag weiter zu und notierte mit plus 3,7 % bei 15,46 €.

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