Bangen um Anschlussfinanzierung Bank blockiert Arcandor-Kredit

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Auf den ersten Blick geht es in den Verhandlungen mit den Banken nur um einen relativ geringen Kreditbetrag, nämlich um 150 Mill. Euro. Doch verweigert das Konsortium seine Unterschrift, wird es trotz des überschaubaren Betrags für den einstigen Karstadt-Quelle-Konzern ernst.

Schon in der vergangenen Woche gab der Kreditversicherer Euler Hermes einen Warnschuss ab. Er teilte den Lieferanten von Karstadt, Quelle und dem Spezialversender Peter Hahn mit, dass man bis auf Weiteres Warenlieferungen nur noch in einem begrenzten Umfang finanziell absichere.

Seither herrscht Alarmstimmung. "Schon jetzt klemmt es bei der Nachschub-Versorgung", berichtet ein Modehersteller auf Anfrage. Biner Bähr, Anwalt von White & Case und Insolvenzverwalter der ehemaligen Karstadt-Quelle-Tochter Hertie, bestätigt den Ernst der Lage: "Lieferanten werden durch Einschränkungen bei der Warenkreditversicherung regelmäßig sehr nervös." Auch bei Hertie hatte Euler Hermes vor der Pleite die Garantien zurückgefahren.

Eine Einigung mit den Banken ist für Arcandor existenziell. Andernfalls drohten ausgerechnet im entscheidenden Weihnachtsgeschäft Lücken in den Karstadt-Regalen und Quelle-Auslieferungslägern. Für den ertragsschwachen Handelskonzern wären mögliche Umsatzrückgänge fatal. Üblicherweise ist das letzte Quartal des Jahres der einzige Zeitraum, in dem die Einzelhandelssparten Geld verdienen.

Arcandor ist auf eine Belebung in seinen Einzelhandelssparten dringend angewiesen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres hatte der Konzern bei schrumpfenden Umsätzen 82 Mill. Euro Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verloren. Zudem schraubte Middelhoff seine Ertragsziele für das kommende Jahr zurück. Seit Jahresanfang ist der Wert der Aktie um 79 Prozent gefallen.

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