Banken halten sich bei Gebühren zurück
Kapitalerhöhung von Karstadt geht in die heiße Phase

Die Kapitalerhöhung des angeschlagenen Handelskonzerns Karstadt-Quelle läuft offenbar gut an.

HB FRANKFURT/M. In den vergangenen vier Tagen seien konkrete Kaufaufträge eingegangen, berichtete ein beteiligter Banker. Er führte das auf die Präsentationen des Essener Managements zurück, das sich derzeit bei Investoren weltweit vorstellt und in den nächsten beiden Tagen Großanleger in Großbritannien und den USA besucht. Die jüngsten Orders führen Banker darauf zurück, dass die Vorstände bei der Darstellung des Finanzierungspakets und der Maßnahmen für eine Ertragswende überzeugen konnten.

Dem Handelsriesen fließen durch die Kapitalerhöhung 535 Mill. Euro zu. Die beiden Großaktionäre Madeleine Schickedanz und Allianz haben sich verpflichtet, neue Aktien im Volumen von 280 Mill. Euro zu zeichnen. Unter der Führung von ABN Amro und Dresdner Kleinwort Wasserstein (DRKW) wurde Karstadt-Quelle ein Ausgabekurs von 5,75 Euro je Aktie garantiert. Die erste Börsennotiz der jungen Aktien ist am 14. Dezember geplant. Außerdem soll bis April nächsten Jahres eine Wandelanleihe von bis zu rund 200 Mill. Euro emittiert werden.

Konsortialkreise sprechen zuletzt von einem sehr hohen Handelsvolumen bei der Aktie und den Bezugsrechten. Die Kurse beider Wertpapiere konnten sich durch verstärkte Käufe erholen. So notierten Bezugsrechte gestern bei rund 1,20 Euro, nachdem sie zeitweise deutlich unter einen Euro gefallen waren. Der Bezugsrechtshandel endet am heutigen Donnerstag. Normalerweise werden bei einer Kapitalerhöhung 30 bis 40 Prozent der Bezugsrechte bei Neuinvestoren platziert. Bei Karstadt rechnen Banker mit einer Quote von über 50 Prozent.

Bei ihrer Gebührenrechnung für die Kapitalerhöhung halten sich die Banken zurück. Wie aus Finanzkreisen zu hören ist, verlangen sie eine Provision von rund einem Prozent. Der Satz liegt damit unterhalb der üblichen Spanne von 1,5 bis zwei Prozent. Bei einem Volumen 535 Mill. Euro würden sich die vier an der Kapitalmaßnahme beteiligten Institute etwa 5,4 Mill. Euro teilen. Die Aktienemission wird von DRKW und ABN Amro geführt. Weitere Konsorten sind Société Générale und die WestLB. Wie Finanzkreise erklärten, entfällt der Löwenanteil auf die Konsortialführer, die dazu keine Stellung nehmen wollten.

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