Banken offenbar kaum betroffen: Heros-Betrug trifft den Handel hart

Banken offenbar kaum betroffen
Heros-Betrug trifft den Handel hart

Nach Angaben aus Justizkreisen sind vor allem Unternehmen des Einzelhandels durch den Heros-Skandal zu Schaden gekommen. Doch wem genau die 300 Mill. Euro gestohlen worden sind, ist unklar. Denn so richtig will keiner betroffen sein.

BERLIN/DÜSSELDORF/FRANKFURT. „Es spricht alles dafür, dass nur der Handel geschädigt ist“, hieß es am Dienstag. Völlig ausschließen lasse sich jedoch nicht, dass auch bei Banken Schäden aufgetreten seien. Probleme im laufenden Betrieb erwartet der Handel aber nicht, wie eine Sprecherin des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels sagte.

Heros, das größte deutsche Werttransportunternehmen, hatte am Montag für alle 23 Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet, nachdem ein großer Betrugsfall innerhalb der Gruppe aufgeflogen war. Offenbar hatten die Mitarbeiter systematisch Geld abgezweigt, wodurch nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach und des Landeskriminalamtes NRW in Düsseldorf ein Schaden von rund 300 Mill. Euro entstanden ist. Die Justizbehörden haben in Hamburg, Hannover und Viersen vier Personen verhaftet. Davon gehören zwei zur Führungsebene von Heros beziehungsweise der Heros-Tochter Nordcash, zwei weitere zu einer niedrigeren Managementebene.

Die Höhe der Schäden im Handel ist aber zum Teil noch unklar. Das Modehaus C&A hat nach Aussage eines Sprechers einen „fünfstelligen Schaden erlitten“. Derzeit werde unter Hochdruck geprüft, auf welche Art und Weise der Schaden entstanden sei, und ob es sich um eine Unterschlagung handele. Das Unternehmen hatte im Vorfeld keinerlei Unregelmäßigkeiten bemerkt und bis zum Bekanntwerden der Vorwürfe am vergangenen Freitag Heros voll vertraut.

Die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann hat alle Verträge mit Heros gekündigt. Edeka prüft noch, ob Schäden eingetreten sind, was wegen der dezentralen Organisation eine Weile in Anspruch nehmen kann, wie ein Sprecher erklärte. Lidl hatte schon Ende 2005 wegen Unregelmäßigkeiten gekündigt. Ein Sprecher von Karstadt-Quelle betonte, bisher sei durch Heros kein Vermögensschaden entstanden. Sollten später aber dennoch Probleme auftauchen, so seien sie durch umfangreiche Versicherungen abgedeckt. Karstadt habe im Vorfeld des Skandals „Auffälligkeiten“ bei Heros registriert, die sich allerdings im Betrag unter Tausend Euro bewegten. Seit Montag arbeitet Karstadt nicht mehr mit Heros zusammen.

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