Banken umfassende Kontrollrechte eingeräumt
Handlungsfähigkeit von Karstadt-Quelle „erheblich eingeschränkt“

Der angeschlagene Handelskonzern Karstadt-Quelle muss im Gegenzug zur langfristigen Finanzierung des Geschäfts den Konsortialbanken umfassende Kontrollrechte einräumen. Im Verkaufsprospekt für die geplante Kapitalerhöhung spricht das Unternehmen von einer Reihe von Risikofaktoren, von denen schon ein einzelner zur Insolvenz führen könne.

HB DÜSSELDORF. Die Vertragsbedingungen des neuen syndizierten Kredits über insgesamt 1,75 Mrd. € würden die Handlungsfähigkeit von Karstadt-Quelle „erheblich einschränken“, hieß es in dem am Montag veröffentlichten gut 180 Seiten starken für die im Zuge der Kapitalerhöhung auszugebenden neuen Aktien.

Karstadt-Quelle muss demnach zur Sicherung des erst nach schwierigen Verhandlungen mit den Banken vereinbarten Konsortialkredits über 1,75 Mrd. € wesentliche Teile seiner Tochterfirmen und den gesamten inländischen Grundbesitz verpfänden. Handlungsvorschriften zur Sicherung des Kredits beträfen unter anderem die Zahlung von Dividenden und den Rückkauf eigener Aktien. Sollte es Gewinne geben, so dürften diese dem Vertrag zufolge vorerst nicht für Dividendenausschüttungen verwendet werden. Eine Verletzung dieser Auflagen führe zur Kündbarkeit des Kredits.

Ein Konzernsprecher sagte, in einem Börsenprospekt müssten aus rechtlichen Gründen alle möglichen Risiken aufgelistet werden: „Deshalb ist dieser Risikobericht so umfangreich.“ In dem Prospekt bestätigte der Konzern zudem Angaben aus Bankenkreisen, wonach Karstadt-Quelle den Geldhäusern weitgehende Sicherheiten für die Kreditzusage geben musste. Unter anderem habe Karstadt-Quelle seine 50-Prozentige Beteiligung an dem gemeinsam mit der Lufthansa gehaltenen Touristikkonzern Thomas Cook sowie seine wichtigsten Tochtergesellschaften als Sicherheit verpfändet.

Doch auch mit dem Kredit und der Kapitalerhöhung ist der Finanzbedarf nicht gedeckt: Bis Ende April solle eine Wandelanleihe über mindestens 125 Mill. € begeben werden. Flössen die angestrebten Verkaufserlöse aus der Veräußerung von Fachgeschäften, Warenhäusern und der Logistiksparte nicht rechtzeitig in die Kassen, drohe bis zum kommenden Herbst erneut eine Finanzierungslücke.

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