Barmittel werden knapp
Alitalia will weiter Seite an Seite mit Air France fliegen

Die in finanziellen Schwierigkeiten steckende Fluggesellschaft Alitalia will die Krise mit Hilfe eines nationalen Konkurrenten überwinden. Interessante Anwärter auf die Kooperation seien drei Gesellschaften, erklärte Alitalia-Präsident Giancarlo Cimoli am Donnerstag in Rom.

HB ROM. Als sichere Kandidaten gelten bisher die Lufthansa-Partner Air One und Volare. Bei der dritten Fluggesellschaft handele es sich wahrscheinlich um Meridiana, berichteten italienische Medien. Zugleich will die angeschlagene italienische Fluggesellschaft nach den Worten ihres Chefs Giancarlo Cimoli an der Allianz mit der Air France festhalten.

„Wir wollen bei der Air France bleiben, aber ohne die armen Verwandten zu sein,“ erwiderte Cimoli am Donnerstag indirekt auf Äußerungen von Verkehrsminister Pietro Lunardi. Dieser hatte zuvor erklärt, Alitalia solle statt mit der Air France lieber eine Allianz mit der Lufthansa eingehen. Die Lufthansa sei für die Alitalia ein „verlässlicherer“ Partner als die Air France, sagte der Minister. Die Lufthansa hatte einen Kommentar zu den Äußerungen abgelehnt.

Cimoli sagte weiter, dennoch müssten Teile der Allianz mit Air France neu verhandelt werden werden. „Wir befinden uns aus geschäftlicher, wirtschaftlicher und finanzieller Sicht in einer äußerst schwierigen Situation“, sagte der Alitalia-Chef. Bis Ende September blieben der Fluggesellschaft gerade noch 20 Mill. € an Barmitteln übrig. Die von Konkurs bedrohte Fluggesellschaft hatte erst am einen Rettungsplan besiegelt, durch den das Unternehmen ab 2006 wieder schwarze Zahlen schreiben soll. Durch den Abbau von rund 3700 Stellen sollten 280 Mill. € eingespart werden. Außerdem soll die Alitalia aufgespalten werden in zwei Firmen aufgespalten werden, die Fluggesellschaft „AZ Fly“ und das Servicegeschäft „AZ Service“. Der auf vier Jahre angelegte Plan, dem auch die Gewerkschaften bereits zugestimmt haben, ist die entscheidende Voraussetzung für einen von der Regierung garantierten Überbrückungskredit in Höhe von 400 Mill. €. Der italienische Staat hält 62 % an der Alitalia.

Die Gewerkschaften sperren sich bislang jedoch noch gegen die Aufspaltung der Fluggesellschaft. Sie befürchten dadurch weitere Arbeitsplätze, zumal der Servicegesellschaft die etwa 1,6 Mrd. € Schulden der Alitalia aufgebürdet werden sollen.

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