Barometer für die Gesamtwirtschaft
Logistikwirtschaft wächst vielfältig

Die deutsche Logistikbranche wächst stark – und vielseitig. So bügelt die Deutsche-Post-Tochter DHL nicht nur Hemden für Karstadt, sondern verpackt Produkte für Unilever, macht Handys für Telekom-Kunden betriebsbereit und montiert Türverkleidungen für Audi.

DÜSSELDORF. Die Logistikwirtschaft bleibt einer der Motoren der konjunkturellen Entwicklung. Davon jedenfalls ist Raimund Klinkner überzeugt – schon von Amts wegen. Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate hätten sich im Herbst nur leicht eingetrübt, sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Logistik (BVL) auf einem Kongress in Berlin. Ihre aktuellen Geschäfte bewerteten die Unternehmen dagegen noch besser als im Sommerquartal.

Akademische Schützenhilfe leistet die Fraunhofer Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft (ATL). Professor Peter Klaus und sein Assistent Christian Kille rechnen 2007 und 2008 mit Umsatzzuwächsen jeweils um die acht Prozent. Das Marktvolumen schätzen sie 2007 auf 200 Mrd. Euro und 2008 auf 220 Mrd. Euro, nach rund 180 Mrd. Euro im vorigen Jahr. Auch in Europa soll das Wachstum mit 900 Mrd. Euro 2007 und 950 Mrd. Euro im Jahr 2008 eine ähnliche Größenordnung erreichen. 2006 waren es danach noch 836 Mrd. Euro.

Die Logistik mit 2,6 Millionen Beschäftigten in Deutschland gehört zu den stark wachsenden Wirtschaftsbereichen. Sie profitiert von der Globalisierung der Warenströme sowie dem Trend zur Ausgliederung werkseigener Logistikdienste und sogar von Teilen der Produktion (Outsourcing). Als Dienstleister für Industrie und Handel gilt die Logistiksparte zudem als Barometer für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Klinkner stellte dazu jetzt einen Indikator vor, mit dem er seine Erwartungen untermauerte. Im vierten Quartal deutet der vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) entwickelte Index weiter auf Expansion hin. Befragt werden jedes Vierteljahr 200 Unternehmen, die für rund ein Viertel des Gesamtumsatzes in dem Wirtschaftsbereich stehen, darunter Schwergewichte in Industrie und Handel wie Audi, Siemens oder Metro. Probleme bereitet danach besonders der Fachkräftemangel: Den Firmen fehlen mittlerweile jedes Jahr rund 5 000 studierte Mitarbeiter. Insgesamt entstehen dem Verband zufolge in dem Wirtschaftsbereich über alle Führungsebenen hinweg rund 100 000 Arbeitsplätze pro Jahr.

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