Baubranche ist besorgt
Bahn verhängt "qualifizierten Ausgabenstopp"

Die Bahn hat nahezu alle Budgets geschlossen. Laut Zeitungsbericht gefährden die sinkenden Investitionen Zehntausende Arbeitsplätze in der Bauindustrie.

HB BERLIN. Die Deutsche Bahn AG hat zur weiteren Kostensparung einen "qualifizierten Ausgabenstopp" verhängt. Damit würden ab sofort alle Budgets für Investitionen und Sachkosten geschlossen, sagte eine Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur ddp. Ausgenommen davon seien Mittel, die für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs und zur Sicherung von Qualität und Service für die Bahn-Kunden erforderlich seien.

Der "qualifizierte Ausgabestopp" sei eine "normale und vorsorgliche unternehmerische Gegensteuerungsmaßnahme", sagte die Sprecherin. Sie präzisierte damit einen entsprechenden Medienbericht. Der "Tagesspiegel am Sonntag" hatte geschrieben, die sinkenden Investitionen in die Verkehrswege gefährdeten inzwischen Zehntausende Arbeitsplätze. "Allein in der Bauwirtschaft stehen mittelfristig 30 000 bis 50 000 Stellen auf dem Spiel, wenn der Straßen- und Schienenbau wie geplant umgesetzt würde", sagte Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes ZDB dem Blatt.

Die Bahn plant, in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Im ersten Halbjahr hat das Unternehmen bereits deutlich geringere Verluste als im Jahr zuvor geschrieben, wie Bahnchef Hartmut Mehdorn vor vier Wochen mitgeteilt hatte. Konkrete Zahlen für das erste Halbjahr 2004 will das Unternehmen Anfang August im Rahmen seiner Halbjahreskonferenz mitteilen. Mehdorn will das ehemalige Staatsunternehmen kapitalmarktfähig machen und durch einen Börsengang teilweise zu privatisieren.

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