Bauern nach der Flut in Not

Die Ernte säuft ab

Faulendes Gras, verrottetes Getreide, matschige Kartoffeln: Den deutschen Bauern setzt die Flutkatastrophe schwer zu. Bis zu 20.000 Betriebe standen in den letzten Wochen unter Wasser – und die Bauern teils vor dem Aus.
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Das Wasser steht, hartnäckig, bis zu den Ähren. Der Boden ist ja wie ein voll gesogener Schwamm. Quelle: dpa

Das Wasser steht, hartnäckig, bis zu den Ähren. Der Boden ist ja wie ein voll gesogener Schwamm.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWährend sich die Flut immer weiter zurück zieht und die Helfer mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sind, ist für Michael Briest der Horror längst nicht überstanden. Der Landwirt ist Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Schwarzbuntzucht Fischbeck, in jener 600-Seelen-Gemeinde im Norden Sachsen-Anhalts, die nach einem Deichbruch in der Nacht des 10. Juni zum Inbegriff der Flut wurde. „Hier ist die zweite Elbe lang geflossen“, sagt der 41-Jährige. Er wirkt immer noch fassungslos.

Seine erhöht liegende Anlage hat er gerettet, die 1400 Rinder auch. Sieben Mitarbeiter harrten aus, fütterten die Tiere, schliefen neben ihnen und melkten sie. „Mitternacht ist der Deich gebrochen, zwei Stunden später war das Wasser da“, erzählt Briest. Vor einer Schwelle vor dem Stall stoppte die Flut. „Ich weiß nicht, was wir sonst gemacht hätten.“ Die durch das 90 Meter lange Loch im Deich ins Hinterland strömenden Wassermassen haben sich von 1850 Hektar genossenschaftlicher Fläche mindestens 1500 Hektar genommen. Das Wasser steht, hartnäckig, bis zu den Ähren. „Wo soll es denn auch hin? Der Boden ist ja wie ein voll gesogener Schwamm.“ Wie es weitergehen soll, weiß Briest nicht.

So wie er leiden derzeit Tausende Landwirte in Deutschland. Mitten im Wahlkampf ist die Tragödie für Kanzlerin Angela Merkel eine Chance, bei der traditionellen CDU-Wählerschaft gut Wetter zu machen. Heute spricht sie zu ihnen beim Bauerntag. Der Bauernverband fordert ein klares Bekenntnis der Politik, die konkrete Schritte für die Landwirtschaftshilfen vereinbaren will. Geschädigte Landwirte müssen in den Fluthilfefonds von Bund und Ländern aufgenommen werden. „Wir fordern, vom Hochwasser betroffenen Bauern zu helfen, indem sie 500 Euro pro Hektar als Soforthilfe bekommen“, sagt Verbandspräsident Joachim Rukwied. „Das ist das Mindeste.“ So könnten sie Futter für ihre Tiere kaufen, laufende Rechnungen zahlen und den Betrieb weiterführen. „Da stehen Existenzen auf dem Spiel“.

Die Not ist groß. Der Deutsche Bauernverband geht davon aus, dass etwa 15.000 bis 20.000 Betriebe unmittelbar von der Naturkatastrophe betroffen sind – viele von ihnen existenzbedrohend. Annähernd 305.000 Hektar Grünland und Ackerflächen sind im Osten und Westen der Republik überflutet worden, das entspricht annähernd der Fläche vom Saarland. Etwa 800 Betriebe haben erhebliche Schäden an ihren Gebäuden erlitten, die zu einem großen Teil noch unter Wasser stehen. Auch Landmaschinen und landwirtschaftlich genutzte Wege und Brücken wurden durch die schlammig-braunen Fluten zerstört.

„Da steht das Wasser still und verdunstet ganz langsam“, erzählt Michael Lohse vom Deutschen Bauernverband. Mit dem Zug ist er ist in den vergangenen Tagen quer durch Deutschland gefahren, um sich ein Bild von den Zerstörungen zu machen. „Es gibt Gegenden, die sehen aus wie der Tegernsee: Wasser so weit das Auge reicht.“ Mülltonnen treiben durch die Straßen, in den überfluteten Höfen und Gärten schwimmen Gartenmöbel, Kinderspielzeug und Blumentöpfe. Aus idyllischen Dörfern sind traurige Orte geworden. Den Gesamtschaden schätzt Lohse derzeit auf über 400 Millionen Euro. Noch gar nicht eingerechnet in diese ersten Schätzungen: Verwüstungen, die das Hochwasser in den Privathäusern der Bauern angerichtet hat.

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  • Warum sind die Herren und Damen Bauern den nicht versichert? Jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer zahlt schön fleißig in die Arbeitslosenversicherung ein und bekommt maximal 12 Monate etwas Geld, den Rest saugt der unglaublich große HartzIV Moloch aus. Es wird ständig versucht selbst Kassenwalen eine Berufsunfähigkeitsversicherung anzudrehen. Gebäudeversicherund Haftpflicht etc. you name it. Wer nicht wirtschaften kann muss untergehen.Punkt. Wieso sollten die unversicherten Personen eine Entschädigung erhalten? Weil sie keine Rücklagen haben? Weil Sie kein Vermögen haben. Also die Bäuerchen verfügen über hektarweise Land, dann müssen sie das veräußern. Keine andere Interessengruppe, außer natürlich Sozialhilfeempfänger ( die weitaus schlimmer sind ) verfügt über so eine riesen Lobby in Brüssel. Die Bauern kommen immer durch ( siehe Milch ), die Eu zahlt sogar für die Brachlegung von Flächen. einige hier jammern herum das die Lebensmittelindustrie so wenig für die Erzeugung zahlt, dann verkauft es selbst oder behaltet es. Letztendlich braucht der Mensch Nahrung, in sofern haben die Bauern ein Monopol. Naja aber durch Tausch und Einlagerung kann man aber keine Claasfahreuge alle 3 Jahre kaufen oder anderen Schnickschnack. Es heißt nicht umsonst Bauernschläue, die Rufe nach Hilfen passen da gut rein, so gibt es ein paar Cent extra. Wer hat damals am meisten gegen Solaranlagen gewettert? Richtig und guckt mal auf die Dächer der großen Scheunen. Einfach darüber nachdenken und dann erst rumhassen meine lieben, dass Hochwasser hat auch nichts mit den Euro-Stabilitätszahlungen zu tun, man wirft AIDS ja auch nicht mit der Homoehe zusammen. Welche übrigens nur Ablenkung ist, damit alles weiterhin laufen kann wie bisher.

  • Wie wäre es mit dem Anbau von Reis? Reisfelder müssen geflutet werden ...

    Öfter mal über Alternativen nachdenken - statt immer nur im alten Trott zu verharren. Es gibt außer Kohl und Kartoffeln noch vieles dass man anbauen, verkaufen und essen kann.

  • Also, der Wikiartikel wurde leider schon umgeschrieben. Diverse Altlasten aus der DDR sowie andere Stoffe aus Klärwerken und Chemifabriken wurden 2002 freigesetzt. Diesmal dürfte noch etwas mehr "Chemie" freigesetzt worden sein, mit anderen Worten würde ich aus der Region nichts konsumieren. Zumindest könnten dadurch in den kommenden Jahren wieder ein paar "Bioskandale" entstehen. Kurzum, sofern du lieber Leser einen Garten hast, pflanz doch einfach statt Blumen oder Rasen, etwas essbares.

  • @Wolfsfreund
    Sie haben ja mit ihrer Kritik im Prinzip nicht Unrecht, doch die Laender, die Nehmen verantwortlich dafuer zu machen, dass Sie ausgeraubt werden, das ist doch sicher an der falschen Stelle geruegt?
    IHRE Politiker sind es, die das Zulassen und sind sie mal ehrlich, wenn sie anstelle der Suedlaender waeren, wie wuerden Sie wohl argumentieren?
    Nicht die Suedlaender haben dafuer gesorgt, dass sie so miserabel ausgeraubt werden, sondern sie selbst haben sich diese Parasiten und Volksverraeter gewaehlt und wenn sie jetzt lamentieren, sie haetten sie nicht gewaehlt, so haetten sie mindestens die Chance, sie zum teufel zu jagen auf dem schnellsten Weg, oder ZUMINDEST zu organisieren dass diese schnellstens geschieht und noch vor den naechsten Wahlen, den dann hocken sie immer noch auf ihrem Thron, das ist so sicher, wie auf den Tag die Nacht kommt! Insofern hat jedes Volk die Regierungsparasiten die es verdient!
    Also hier rumlamentieren und auf Demonstranten schimpfen bringt nichts, AKTIVER Widerstand ist angesagt, sonst hilft da nichts!

  • Und schon hat das Handelsblatt den Schwanz eingezogen, ertappt, weil da wohl jemand draufgetreten ist.
    Das verkauft man uns hier als "Demokratie", wo eine entgleiste Minderheit die Sprachhoheit übertragen wird über die Mehrheit.

    Hier wird noch mehr absaufen.

    http://vaterland.wordpress.com/2012/09/03/homosexualitat-und-nazitum/

    Interessant ist in diesem Zusammenhange auch, dass Adolf Hitler und Albert Speer homoerotische Beziehungen nachgesagt worden sind und nachgesagt werden. Nach verräterischen Blicken wird noch imemr gesucht.

    Aus den Geheimmaterial des NKDW (Stalin) entstand "Das Buch Hitler". Darin wird ausführlich auf die Homosexualität im 3. Reich eingegangen.

    Und plötzlich wird die kurze Vergangenheit schon wieder zur Last. So geht das ja die ganze Zeit.

    Also was jetzt, waren die Nazis homosexuell? Das ist wirklich ein Witz.

    Der Hellenismus entstand als eine griechisch-arabische Mischkultur unter Alexander dem Großen und schwappte samt seiner Homoerotik weit hinein ins Römische Reich hinein. Ähnlichkeiten sind nicht zufällig.

    Wir werden in Propaganda ertränkt. Für Neusprech charakteristisch ist der Überflutung mit Adjektiven, umstritten der Kritiker, dynamisch der Wirtschaftsaufschwung, historisch die Homo-Ehe - das ist der Gipfel.
    Wären die Formeln nicht so banal, so sinnentleert - man könnte über die Absurdität lachen, Gott gleich sein zu wollen. Wie uns hier ein krankes Schmierenthater als erstrebenswerte Möglichkeit ins Gehirn gestopft werden soll.

    Aber, was soll man erwarten von Leuten, die uns ein Stück Plastik als "intelligent" anpreisen.

    Ich steht nicht im Absteits, das Handelsblatt steht da. Deshlab sind die Kommentare auch meist aggressiv und desaströs für die Diktatoren. Keiner will den Nazi-Scheiss!



  • So ist es halt, das Leben im Zeitalter des anthropogenen Klimawandels.
    Wir haben gesät.
    Jetzt beginnt die Ernte.

    Und wir sind noch gut dran. Wir können uns den Schutz vor Unwettern und Hochwasser leisten. Arme Länder können das nicht.

  • Die Südländer bekommen Milliarden. Der EU Solidaritätsfonds ist dagegen auf eine Milliarde pro Jahr für alle betroffenen Länder insgesamt begrenzt. Danke! http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarit%C3%A4tsfonds_der_Europ%C3%A4ischen_Union

  • Komisch, als vor 2 Wochen das erste mal davon die Rede war, das in den betroffenen Gebieten die Kartoffelernte ausfällt, dauerte es nur Stunden bis in den Supermärkten die Kartoffeln teurer waren, gefolgt von Pommes etc.

    Meiner Meinung nach ist das nur die Propaganda um die Inflationsbedingte Preissteigerung der Nahrungsmittel zu rechtfertigen.

  • "Sind doch auch hoch subventioniert."


    Das sind nur relativ wenige sehr große Betriebe.
    Und z.B. der Tabakanbau, wahrscheinlich weil Rauchen so gesund ist...!?
    Der Rest ist finanziell sehr oft "auf Kante genäht", deren Subventionen (gäbe es sie) könnte man auch gleich direkt an die großen Lebensmittelkonzerne überweisen. Die zahlen nämlich keinen betriebswirtschaftlich ermittelten Preis, sondern nur das, was sie freiwillig rausrücken, um ihre Lieferanten gerade noch so am Leben zu lassen!
    Das ist ja der Betrug!

    Versicherungen für Ernteausfälle sind nahezu unbezahlbar, würden sie flächendeckend abgeschlossen, würden wiederum ALLE Versicherungsnehmer in ALLEN Sparten diese als Umlage kräftig mitbezahlen.

    Auf Hilfe aus dem benachbarten Ausland, das ansonsten in solchen Katastrophenfällen immer ganz selbstverständlich von unserer Politik unterstützt wird, können die Betroffenen hier lange warten!
    Im Gegenteil:
    Die Politik insgesamt freut sich doch sogar klammheimlich über jeden Landwirt, der absäuft. Warum? Weil wieder viele davon deshalb in den nächsten 1-2 Jahren aufhören müssen.

  • Zur angedachten Pflichtversicherung:
    Im Augenblick ist die Lobby der Versicherungsindustrie dabei aktiv zu werden und will uns einreden "Die Gemeinschaft der Hausbesitzer" soll durch eine Pflichtversicherung für die Hochwasserschäden derjenigen aufkommen, die meinen, sie müssten unbedingt ihr Traumhaus an einem idyllischen Fluss bewohnen. Das Argument, dass sich ja auch alle gegen Brand versichern müssen zieht nicht, denn nur diejenigen, die am Fluss wohnen wollen, können absaufen und haben das auch schon vor dem Einzug oder Bau gewusst. Was soll das auch für eine komische Solidarität der Gemeinschaft sein, wo nur die zahlen sollen, die ein Haus besitzen! Diejenigen, die nur ein Haus bewohnen, müssen wohl nicht solidarisch sein in Deutschland?

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