Baufirma ACS
Spanischer Hochtief-Eigner ringt mit Finanzproblemen

Eine aggressive Übernahmestrategie holt den Baukonzern ACS ein. Die Spanier belastet neben der Immobilienkrise auf dem Heimatmarkt auch der Kauf des deutschen Konkurrenten Hochtief. ACS braucht nun dringend Geld.
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MadridDie angeschlagene spanische ACS trennt sich einem Medienbericht zufolge möglicherweise von Immobilien, um die Kosten für den Erhalt von Anteilen finanzieren zu können. ACS hält unter anderem die Mehrheit an dem deutschen Baukonzern Hochtief. Über den Immobilienverkauf habe der zu den weltgrößten Bau- und Infrastrukturfirmen gehörende Konzern im ersten Halbjahr mit verschiedenen Fondsgesellschaften verhandelt.

Das berichtete die Online-Zeitung „El Confidencial“ am Montag unter Berufung auf firmennahe Kreise. Im Gespräch seien der Verkauf des Firmensitzes und der Zentralen der beiden Töchter Dragados und Cobra. ACS war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

ACS strebe so schnell wie möglich eine Einigung an, um an Geld zu kommen, berichtete „El Confidential“ weiter. Der Konzern leidet nach dem Platzen einer Immobilienblase besonders heftig unter der Rezession auf dem Heimatmarkt. Das im Standardwerte-Index IBEX gelistete Unternehmen hat in diesem Jahr fast 43 Prozent seines Börsenwerts verloren, während die Aktienkurse im Durchschnitt nur um 18 Prozent nachgaben.

Vor etwa einem Jahr übernahmen die Spanier die Mehrheit an Hochtief. Die Deutschen Mitarbeiter hatten sich lange und hartnäckig gegen die Übernahme gewehrt. ACS kontrolliert derzeit gut 54 Prozent an Hochtief, davon gehören 4,2 Prozent dem Essener Unternehmen selbst.

Der spanische Baukonzern ringt mit ernsthaften Finanzproblemen. Bereits Anfang des Monats hatte ACS einen erheblichen Teil seiner Hochtief-Aktien verpfändet. Rund 30 Prozent der Papiere gingen an die iberische Großbank Banco Bilbao.

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Die Spanier drückt ein riesiger Schuldenberg

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  • In der 12-ten Zeile soll es "indirekt" heißen.

    Ich fordere von unserer Politik, daß jeder Euro aus Deutschland, der in die spanische Bankenrettung fließt,
    als Kaufsumme für Hochtief-Anteile verwendet wird. Angeb-
    lich benutzt ACS diese Anteile als Pfand z.B. bei der Ban-
    ko Bilbao!
    Diese erworbenen Anteile können dann z.B. über die KfW
    an der Börse an Investoren (keine südeuropäischen Ban-
    ken!) verkauft werden. Mit etwas Glück könnte Hochtief
    wieder ein eigenständiges Unternehmen werden, evt. mit
    stärkerer Eigenbeteiligung der Belegschaft?! Traum?

  • Wieder ein Beispiel für die Segnungen einer gemeinsamen
    Währung in einem Wirtschaftsraum, der wirtschaftlich und mental völlig verschiedene Strukturen aufweist.
    Die historisch niedrigen Zinsen für die Spanier haben den
    Immobilienboom angeheizt, die Bauindustrie, vor allem ACS,
    ließen mit billigem gepumpten Geld ihre Umsätze und ihre
    "gedopten" Muskeln anschwellen, um ein gesundes und lei-
    stungsfähiges Unternehmen wie Hochtief mit Geld und Dro-
    hungen übernehmen zu können. Jetzt, wo dieses ganze aufge-
    blasene Macho-Unternehmertum zusammenbricht, soll, nicht Ironie sondern Irrwitz des Schicksals, der deutsche Steuerzahler mit seinem Geld die Banken und damit indi-
    auch ACS vor der Pleite retten. Wenn es besonders dumm
    läuft, zahlt der deutsche Michel für die Zerschlagung ei-
    nes der größten und leistungsfähigsten deutschen Baukon-
    zerne!
    Als EoN sich in den spanischen Energiemarkt einkaufen
    wollte, hat die spanische Regierungs-Politik aktiv diesen
    Einkauf verhindert. Industrie-und Marktpolitik a'la' Espa-
    nol!
    Nein, Herr Kohl, Herr Waigel, Herr Eichel, Herr Schäuble u.v.a. Romantiker und Schlimmeres, Ihre Politik einer ge-
    meinsamen Währung wird Deutschland isolieren und schä-
    digen. Die "Mißgeburt Euro" (Schröder) wird Europa um
    Jahrzehnte zurückwerfen!

  • So blöd sind nur wir Deutsche: verkaufen eines unserer besten Unternehmen an ein spanisches U, das fast pleite ist, aber mit Geld von Banken gerettet wird, die de facto auch pleite sind und nur mit Geld der deutschen Steuerzahler vor der endgültigen Pleite gerettet werden. Das ist europäischer Kapitalismus vom Feinsten.

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