Bauliche Sanierung noch nicht beendet
Rhön-Klinikum kämpft mit Legionellen-Verdacht

Die sechs mit der Legionärskrankenheit in Verbindung gebrachten Todesfälle im Klinikum Frankfurt (Oder) beschäftigen nicht nur die Justiz, sondern auch die Betreibergesellschaft Rhön-Klinikum.

FRANKFURT/M. Seitdem die im MDax gelistete Gesellschaft die 908 Betten zählende Einrichtung mit dem Hauptsitz im brandenburgischen Markendorf Anfang 2002 übernahm, hatte sie nach eigenen Angaben die bauliche Sanierung vorangetrieben. Dennoch könnten hygienische Mängel der Auslöser für den Ausbruch sein. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bergen ältere und schlecht gewartete Warmwasseranlagen ein erhöhtes Risiko für den Ausbruch der Infektion.

Die „Märkische Oderzeitung“ hatte am Montag berichtet, dass sich die Staatsanwaltschaft mit den Todesfällen beschäftigt. Nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums steht jedoch noch nicht fest, ob die Legionellose tatsächlich die Todesursache war. Das Rhön-Klinikum wollte zunächst keine Stellung nehmen, kündigte aber an, eine Pressemitteilung zum Thema zu veröffentlichen.

Die von Bakterien ausgelöste Legionärskrankheit verläuft in etwa 15 % der Fälle tödlich. Da sich der im Wasser lebende Erreger bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad am wohlsten fühlt, kann er auch in Klimaanlagen auftreten. Neben Krankenhäusern und Altenheimen gelten deshalb auch klimatisierte Hotels als besonders gefährdet. Im spanischen Murcia ließen vor zwei Jahren Legionellen, die sich in einer schlecht gewarteten Klimaanlage angesiedelt hatten, Hunderte an der für die Infektion typischen Lungenentzündung erkranken. Auch in Deutschland tritt die Infektion immer wieder auf. Nach Expertenschätzungen erkranken jährlich zwischen 6 000 und 10 000 Menschen an Legionella-Pneumonien.

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