Baumärkte
Hornbach spürt noch keine Krise

Vorsicht ist nicht nur die Mutter der Porzellankiste, sondern auch in der Baumarkt-Branche derzeit angebracht. Während der Konkurrent Praktiker ordentlich ins neue Jahr startete, zügelt Hornbach seine Erweiterung. Der Baumarkt-Konzern bleibt vorsichtig – aus guten Gründen.

FRANKFURT. Mit seinem „konsequenten Nein zu jeder Art von Rabattschlachten und Lockvogelangeboten“ sieht Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach-Gruppe, sich im hart umkämpften Geschäft um die Gunst der Bau- und Heimwerker besser positioniert als die Konkurrenz. „Wir sind in Deutschland flächenbereinigt um 1,2 Prozent gewachsen“, führte Hornbach aus, während die Branche zwei Prozent verlor. In der Hornbach-Holding sind die Baumärkte, das Immobilien-Geschäft und die Baustoff-Union zusammengefasst, die zusammen ihren Umsatz um 5,1 Prozent auf 2,75 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2008/09 (zum 28.2.) ausweitete. Mit seinen 129 Bau- und Gartenmärkten in neun Ländern steigerte Hornbach den Umsatz um 5,2 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro. Ohne Neueröffnungen und Markterweiterungen betrug der Umsatzanstieg konzernweit 1,4 Prozent. Hornbach hat zuletzt vier neue Märkte eröffnet.

Obwohl man, wie Hornbach versicherte, die Wirtschaftskrise noch nicht spüre, will er in diesem Jahr das Geschäft „auf Sicht“ fahren und lediglich zwei neue Märkte eröffnen. Zur Strategie gehöre es auch, dass die Investitionen vollständig aus dem operativen Cashflow finanziert werden. Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden rund 130 Mio. Euro investiert, überwiegend in Grundstücke, Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Zum verbesserten Ergebnis haben nicht zuletzt nicht-operative Beiträge aus dem Segment Immobilien mit 45,5 Mio. Euro geführt, im Wesentlichen aus dem Verkauf dreier Baumarkt-Immobilien im Wege von Sale und Leaseback. Insgesamt wurde das Betriebsergebnis (Ebit) der Gruppe um 69,8 Prozent auf 179,1 Mio. Euro verbessert. Der Jahresüberschuss hat sich von 58,3 auf 112,9 Mio. Euro fast verdoppelt. Die Baumärkte selbst erzielten einen Jahresüberschuss von 94,9 (Vj. 46,6) Mio. Euro.

Die gute Ergebnisentwicklung des nach Obi, Praktiker/Max Bahr und Bauhaus viertgrößten Do-it-yourself-Betreibers in Deutschland hat auch die Eigenkapitalquote der Holding von 36,1 auf 39,1 Prozent verbessert. Die Nettofinanzschulden wurden um 84 auf 499 Mio. Euro zurückgeführt. Die flüssigen Mittel erhöhten sich von 196 auf 275 Mio. Euro. Zusätzlich mit nicht ausgenutzten Kreditlinien (430 Mio. Euro) verfügt Hornbach damit über eine freie Liquidität von gut 700 Mio. Euro.

Albrecht Hornbach will den derzeit erheblichen Unsicherheiten wegen der Finanzkrise mit einer „defensiven Unternehmensplanung“ begegnen: „Unser oberstes Ziel ist die Sicherung der Liquidität und Ertragskraft“. Für den Konzern erwartet er im Geschäftsjahr 2009/10 einen Umsatzanstieg „im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich“. Weil dabei diesmal keine Veräußerungsgewinne aus Immobilientransaktionen zu erwarten seien, werde das Betriebsergebnis des Konzerns deutlich unter dem Niveau des abgeschlossenen Geschäftsjahres liegen.

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