Baumärkte
Kingfisher will in Praktiker-Lücke stoßen

Der Baumarktkonzern Kingfisher plant seinen Markteintritt in Deutschland. Die Briten wollen in die aufgegebenen Praktiker-Märkte ziehen. Auch über einen Kauf der insolventen Kette wurde spekuliert.
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MünchenEuropas größter Baumarktkonzern Kingfisher wagt sich mit eigenen Filialen in den hart umkämpften deutschen Markt. Nur eine Woche nach dem Aus für die insolvente Kette Praktiker kündigte das britische Unternehmen am Mittwoch die Eröffnung von zunächst vier Märkten seiner Marke Screwfix in Deutschland an. "Wir werden Praktiker nicht kaufen, aber wir würden die Filialen sehr gerne in Absprache mit den Vermietern übernehmen", sagte Kingfisher-Chef Ian Cheshire. Der deutsche Einzelhandel gilt international als extrem schwierig. Vor einigen Jahren scheiterte der US-Riese Wal-Mart mit dem Versuch, sich gegen die flächendeckende Konkurrenz zu etablieren.

Kingfisher - im Baumarktgeschäft weltweit die Nummer drei nach den US-Rivalen Lowe's und Home Depot - ist bereits seit einigen Jahren Großaktionär des deutschen Baumarktkonzerns Hornbach . Dort ziehen die Briten nun ihre Vertreter aus den Aufsichtsgremien zurück. Damit sollten Interessenkonflikte vermieden werden, erklärten die Partner. Die Beteiligung selbst sei dadurch aber nicht berührt, sagte Cheshire. "Hornbach bleibt ein exzellentes Geschäft, auf das wir vertrauen und mit dem wir ein gutes Verhältnis haben."

Kingfisher hält an der Hornbach-Konzernholding gut 25 Prozent der Stimmrechte, der Rest befindet sich im Eigentum der Gründerfamilie. Zudem besitzen die Briten 17,4 Prozent der im Kleinwerteindex SDax notierten Vorzugsaktien und 5,2 Prozent der Anteile an der ebenfalls börsennotierten Hornbach-Baumarkttochter.

Noch stärker als Hornbach will sich Kingfisher mit seinen Screwfix-Märkten in Deutschland auf Profis konzentrieren - mit Werkzeug und Material für anspruchsvolle Heimwerker sowie Großhandelsangeboten für Handwerker. "Wir sehen dort Chancen, weil derzeit niemand dieses Segment besonders gut bedient", sagte Entwicklungschef Steve Willett. Hornbach allerdings betreibt neben seinen Baumärkten bereits einen Baustoffhandel.

Praktiker hatte jahrelang versucht, den Markt vom anderen Ende her aufzurollen. Die Billigstrategie mit Rabattaktionen unter dem Slogan "20 Prozent auf alles" erwies sich aber als ruinös. Das Unternehmen mit rund 5300 Beschäftigten fand keine neuen Geldgeber und wird abgewickelt. In dieser Woche beginnt der Ausverkauf auch in den Filialen, für die zuletzt noch Hoffnung bestand. Für die Praktiker-Tochter Max Bahr, die stärker auf Beratung als auf den Preis setzt, gibt es nach Angaben des Insolvenzverwalters mehrere Interessenten.

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Kingfisher kämpft mit Konjunkturschwäche

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  • Der Titel ist in doppeltem Sinne falsch: Erstens hinterlässt Praktiker (abgesehen vielleicht von den leeren Geschäften) keine Lücke. Wir haben eher ein Überangebot an Baumärkten - der schwächste ist jetzt gestorben.

    Zweitens (und das könnte evtl. zum Erfolg führen, weil wenn überhaupt, tatsächlich dort noch eine Lücke offen ist) will man ja offenbar gerade nicht Praktiker ersetzen, sondern mit HOCHWERTIGEM Sortiment (und möglicherweise sogar Verkaufspersonal vom Fach) von oben angreifen.

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