Baumärkte
Praktiker kommt aus Problemen nicht heraus

Mit „20 Prozent auf alles“ wurde Praktiker bekannt. Doch die Baumarktkette hat unter dem Preiskampf sehr gelitten. Die Wende gelingt nur mühsam, wie die heute vorgestellte Jahresbilanz zeigt. Die Aktie reagiert prompt.
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KirkelDer Abwärtstrend bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker hält an. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um fast acht Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro zurück. Angaben zum Ergebnis machte die zweitgrößte Baumarktkette in Deutschland nicht.

Das Management kündigte an, neben dem eingeleiteten Sanierungsprogramm für das Inland nun auch das Auslandsgeschäft zu straffen. Praktiker hatte zuletzt erklärt, von den rund 10.800 Arbeitsplätzen in Deutschland sollten etwa 1400 abgebaut werden. Stellenstreichungen im Ausland seien nun auch nicht ausgeschlossen, sagte ein Sprecher. Weltweit hat das Unternehmen rund 20.000 Mitarbeiter.

Die Baumarktkette hatte 2010 einen Fehlbetrag von mehr als 33 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz lag bei 3,4 Milliarden Euro, fast sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor. Am 29. März will das Unternehmen bei seiner Jahrespressekonferenz Angaben zu seiner Ergebnisentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr machen und Details zu seinem Sanierungsplan vorlegen.

Ursache für die schwachen Zahlen sind nach Angaben des Konzerns vor allem das schwierige Auslandsgeschäft. „Besonders schwierig war das Geschäft in Griechenland, Rumänien und Bulgarien, weil dort die verfügbaren Einkommen und die Kaufbereitschaft der Kunden mit der Wirtschaftskrise weiter gesunken sind“, teilt Praktiker mit.

Doch Praktiker ist schon seit geraumer Zeit in Schieflage, das Discount-Konzept ist gescheitert. Auch vom neuen Werbestar Boris Becker lassen sich die Kunden nicht in die Läden locken.

Das Unternehmen will darum weg vom Billig-Image, selbst wenn es noch immer das Motto „Gut, günstig, einfach“ pflegt. Die intensiv beworbene Rabattaktion „20 Prozent auf alles“ wurde ersatzlos gestrichen. Billig zu sein, sagt Tim Brzoska von der Beratungsfirma Simon Kucher, reicht beim Kampf um die Kunden längst nicht mehr aus. „Nur wenn sie auch die entsprechenden Kostenstrukturen besitzen, haben Billiganbieter noch eine Überlebenschance.“

Ende November hatte die angeschlagene Baumarktkette ein umfassendes Sanierungsprogramm beschlossen. Geplant seien Investitionen von mehr als 300 Millionen Euro bis 2014. Für die Neuausrichtung wurden erste Märkte umgebaut und Eigenmarken eingeführt. Mehr Beratung soll jetzt die Kunden locken. Rabattaktionen gibt es nur noch selten und dann nur für Stammkunden. Zudem soll die Konzernzentrale aus dem saarländischen Kirkel nach Hamburg umziehen und mit der dort ansässigen Tochter Max Bahr zusammengelegt werden. Dort soll Ende März auch erstmals die Bilanzpressekonferenz stattfinden.

Wegen der Krise des Konzerns musste der langjährige Vorstandschef Wolfgang Werner seinen Platz räumen. Seit Oktober ist der Sanierungsexperte Thomas Fox am Ruder. Er wolle „die bereits angekündigten strukturellen Veränderungen rasch umsetzen, damit der Praktiker Konzern möglichst bald wieder auf wirtschaftlich gesunden Füßen steht. Dazu bedarf es neben der Neupositionierung von Praktiker Deutschland auch einer Konsolidierung des internationalen Geschäfts. Die aber ist wegen der anhaltend instabilen makroökonomischen Rahmenbedingungen realistisch kaum planbar.“

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Kommentare zu " Baumärkte: Praktiker kommt aus Problemen nicht heraus"

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  • Hallo!
    Denkt aber auch mal daran das es nicht der kleine Verkäufer ist der praktiker so schlecht dastehen lassen hat sonder sollten die in der Führungsetage nachdenken und auch mal auf die verkäufer hören sollte dann würde es auch besser laufen und wo soll die beratung her kommen wenn nur stellen abgebaut werden

  • Solange Praktiker nicht freundlicheres und fachlich besser geschultes Personal in die Märkte schickt, wird das nichts.
    Außer Scheibenfrostschutz für den PKW kaufe ich da nichts.

  • Praktiker bleibt immer der mit .." 20% auf alles.." dort wusste man nie..kaufe ich heute billiger (./.20%) oder teurer (+20%) als beim Wettbewerb?...

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