Baumärkte
Praktiker schrumpft im Inland

Die Flaute auf dem deutschen Heimwerkermarkt trifft Deutschlands zweitgrößte Baumarktkette Praktiker - allerdings nicht ganz so hart wie die Konkurrenz. Dass der Gewinn dennoch steigt, ist allein den Auslandaktivitäten zu verdanken.

HB FRANKFURT. Der Umsatz der Marke Praktiker schrumpfte im Inland auf gleicher Fläche um 0,6 Prozent und das der zugekauften Kette Max Bahr um fünf Prozent, wie Praktiker am Mittwoch mitteilte. Für die ganze Branche geht der Baumärkteverband BHB Kreisen zufolge für den Zeitraum Juli bis September allerdings von einem Minus von acht bis zehn Prozent aus. Angesichts des regnerischen Sommers und des Einbruchs im Wohnungsbau sagte Finanzchef Thomas Ghabel: „Es ist schwerer geworden, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.“

Praktiker will bei seiner Niedrigpreis-Strategie bleiben, um Marktanteile zu gewinnen - doch das drückt auf die Rendite. Vom Ziel, den Betriebsgewinn (Ebita) im Gesamtjahr auf 125 Millionen Euro zu steigern und einen Umsatz von mehr als vier Milliarden Euro zu erreichen, rücke der Konzern aber nicht ab, sagte Ghabel. Der kleinere Rivale Hornbach hatte kürzlich über einen Einbruch des Geschäfts berichtet.

Durch die Übernahme von Max Bahr stiegen die Erlöse von Praktiker in den ersten neun Monaten um 26 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis lag mit 90 Millionen Euro zwar nur leicht über Vorjahr. Die Kosten für den vom Kartellamt auferlegten Verkauf dreier Märkte herausgerechnet, wäre es aber auf 100 Millionen Euro gestiegen. Der Überschuss brach um zwei Drittel auf 24 Millionen Euro ein. Ohne neue Steuervorschriften hätte er sich leicht auf 69 Millionen Euro erhöht.

Für den Gewinnanstieg sorgte allein das Auslandsgeschäft. Dort erwirtschaftet Praktiker mehr als die Hälfte des Ebita, obwohl die 80 Auslandsmärkte nur für ein Viertel des Geschäfts sorgen. In Deutschland ging der Betriebsgewinn um ein Viertel zurück. Um die Abhängigkeit vom Inland zu verringern, will Praktiker 2008 mindestens 20 neue Märkte im Ausland eröffnen.

In den 340 Baumärkten in Deutschland will Praktiker vor allem mit Kampfpreisen, aber auch mit einem übersichtlicheren Ladenkonzept punkten. „Praktiker wird den Wettbewerbsdruck weiter erhöhen“, kündigte Vorstandschef Wolfgang Werner an. Der Konzern könne und wolle bei der Konzentration der Branche weiter mitmischen. „Wo es Möglichkeiten gibt, werden wir intensiv eintauchen“, sagte Werner. „Größe wird immer wichtiger.“

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