Baumarktkette expandiert
Hornbach trotzt "Rabattitis"

Deutschlands viertgrößte Baumarktkette Hornbach ist nach einer Pause wieder auf Expansionskurs im Ausland. Auch im Inland soll der Umsatz weiter wachsen. An den Rabattschlachten auf dem hart umkämpften deutschen Markt will sich das Unternehmen aber nicht beteiligen.

HB FRANKFURT. „Wir werden uns auch künftig nicht vom Virus der Rabattitis anstecken lassen“, sagte der Vorstandschef der Hornbach Holding AG (Neustadt a.d. Weinstraße), Albrecht Hornbach, am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Frankfurt.Hornbach habe zwar die höhere Mehrwertsteuer „eins zu eins“ in die Preise einfließen lassen, aber von der Transparenz mehr profitiert als Wettbewerber von vermeintlichen „Steuergeschenken“ zum Jahreswechsel. „Ich bezeichne ein solches Vorgehen als Verbrauchertäuschung oder Volksverdummung“, sagte Hornbach.

Die Mehrwertsteuererhöhung hat Hornbach im Geschäftsjahr 2006/07 (28. Februar) nach einem verhaltenen Start wegen des harten Winters zu einem starken Endspurt verholfen. Heimwerker hätten größere Umbau- oder Renovierungsprojekte vorgezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die Netto-Erlöse um 7,5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) legte um knapp 30 Prozent auf 119 Millionen Euro zu. Der Jahresüberschuss konnte wegen Steuererleichterungen auf 75,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden.

Nach einer Expansionspause im vergangenen Jahr wegen nicht erteilter Baugenehmigungen will Hornbach bis Ende 2008 insgesamt 13 weitere Märkte öffnen. Erstmals will das Unternehmen den Schritt nach Rumänien wagen, wo im Juni in Bukarest der erste Hornbach-Markt öffnen soll. Rumänien ist das achte Land außerhalb Deuschland, wo das Unternehmen vertreten ist. Derzeit hat Hornbach 123 großflächige Bau-und Gartenmärkte, davon 91 in Deutschland.

Im laufenden Geschäftsjahr will Hornbach den Umsatz im mittleren einstelligen und im Folgejahr im hohen einstelligen Prozentbereich steigern. Das Ergebnis wird im laufenden Geschäftsjahr wegen Sonderbelastungen von etwa 14 Millionen Euro durch Anlaufverluste der neuen Märkte deutlich geringer ausfallen als 2006/07. Das Unternehmen beschäftigt 12 156 Mitarbeiter im In- und Ausland (Vorjahr: 12 014).

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