Baumarktkette
Hornbach und Kingfisher gehen getrennte Wege

Der britische Großaktionär Kingfisher verkauft seine Aktienpakete an der Hornbach Holding. Die Baumarktfamilie erklärt, sie sichere sich damit die Gestaltungshoheit über die künftige Verwendung des Kapitals.
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FrankfurtDie sechstgrößte deutsche Baumarktkette Hornbach und ihr britischer Großaktionär Kingfisher gehen endgültig getrennte Wege. Der britische Branchenriese Kingfisher („B&Q“) will Hornbach künftig in Deutschland Konkurrenz machen und hat seine Aktienpakete für insgesamt rund 230 Millionen Euro verkauft, wie er am Dienstag mitteilte.

Die Sperrminorität von 25 Prozent der nicht börsennotierten Stammaktien an der Hornbach Holding ging für rund 100 Millionen Euro an die Gründerfamilie. „Jetzt gibt es klare Verhältnisse ohne Interessenkonflikte“, sagte Albrecht Hornbach, Geschäftsführer der Familien-Treuhand, die rund 40 bis 50 Familienmitglieder vertritt. Hornbach solle langfristig eigenständig bleiben. Kingfisher habe zudem keine Chance mehr gesehen, seinen Einfluss auf Hornbach auszubauen.

Kingfisher will im Sommer in Deutschland zunächst vier eigene kleine Baumärkte unter der Marke „Screwfix“ eröffnen, die sich vor allem an Handwerker richten. Dazu kommt ein deutschlandweiter Lieferservice. Kingfisher-Chef Ian Cheshire hat hierzulande offenbar noch mehr vor: „Wenn man sich anschaut, dass wir in Großbritannien 350 (Screwfix-Läden) haben und Deutschland mindestens zweimal so groß ist, haben wir einen sehr großen Markt“, sagte er am Dienstag. Als die Entscheidung fiel, hatte Kingfisher seine Aufsichtsräte bei Hornbach zurückgezogen. Zuvor schon hatte Kingfisher in Rumänien 15 Bricostore-Baumärkte übernommen, die ebenfalls mit Hornbach konkurrieren.

Die Kingfisher-Aktie profitierte vom Plan des Konzerns, allein in diesem Jahr 200 Millionen Pfund an die eigenen Aktionäre zurückzugeben. Sie stieg um fast fünf Prozent auf 425,5 Pence, den höchsten Stand seit 14 Jahren. Und die Wohltaten an die Aktionäre sollen in den nächsten Jahren weitergehen.

Kingfisher hielt insgesamt 21,2 Prozent an Hornbach. Die strategische Partnerschaft war 2001 geschlossen worden. Neben den an die Familie zurückgegebenen Holding-Stammaktien warfen die Briten zwei weitere Hornbach-Aktienpakete auf den Markt. 17,4 Prozent der Vorzugsaktien an der im Kleinwerteindex SDax notierten Hornbach Holding wurden über die Berenberg-Bank zu einem Preis von jeweils 59 Euro bei Großinvestoren platziert.

Danach stiegen die Papiere um 3,7 Prozent auf 63 Euro. Auch 5,2 Prozent der Stammaktien an der Hornbach Baumarkt-AG wurden an den Mann gebracht, zu je 28,40 Euro. Sie fielen an der Börse um 1,3 Prozent. Die Analysten von Warburg Research erklärten, die Platzierung werde die Papiere attraktiver machen. Die Holding-Vorzüge sind künftig komplett im Streubesitz, bei den Baumarkt-Stammaktien liegt er bei knapp 24 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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