Baumarktkette
Praktiker hofft auf Garten-Fans

Praktiker laufen weiter die Kunden weg. Derzeit befindet sich die Baumarktkette in einer anstrengenden Umbauphase, die auf der Bilanz lastet. Daher fielen die Zahlen für das erste Quartal nicht gut aus.
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Kirkel Die Baumarktgruppe Praktiker bezahlt für ihren Strategieschwenk mit einem Umsatzeinbruch und unerwartet hohen Verlusten. Der Verzicht auf Rabattaktionen habe bei der Kette Praktiker in Deutschland in den ersten drei Monaten zu einem Umsatzrückgang um 19 Prozent geführt, teilte das Unternehmen aus dem saarländischen Kirkel am Freitag mit. Dies sowie das schwache Geschäft in Griechenland, Bulgarien und Rumänien drückte den Konzernumsatz um elf Prozent auf 666 Millionen Euro. "Das war nicht anders zu erwarten", räumte Vorstandschef Wolfgang Werner ein.

Er setzte ein Fragezeichen hinter die Prognose für 2011, die von stagnierenden Umsätzen, aber steigenden operativen Gewinnen ausgeht. "Umsatz und Ertrag haben sich im ersten Quartal nicht so entwickelt, dass es leichter geworden wäre, diese Zielsetzungen zu erreichen", sagte Werner. Alles komme nun auf das zweite Quartal an, in dem Praktiker in der Regel den größten Gewinn erwirtschaftet. Der im Winter übliche Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) fiel mit 71,6 (minus 52,1) Millionen Euro höher aus als im Jahr zuvor - und höher als Analysten erwartet hatten.

Das drückte die Praktiker-Aktie zeitweise um sieben Prozent; am Vormittag notierte sie noch zwei Prozent niedriger bei 7,40 Euro. "Der Umbau ist notwendig, birgt aber auch Risiken, weil Praktiker Kunden zurückgewinnen muss", erklärte Analyst Jürgen Kolb von CA Cheuvreux.

Praktiker will vom Image als Billiganbieter wegkommen und verzichtet deshalb auf seine bekannten "20 Prozent auf alles"- Aktionen, mit denen die Kette Anfang 2010 noch großflächig geworben hatte. Praktiker setzt künftig verstärkt auf Eigenmarken, übersichtlichere Märkte und Service. Eine neue Werbekampagne mit Ex-Tennisstar Boris Becker für das neue Konzept ist im zweiten Quartal angelaufen. Finanzchef Markus Schürholz sagte vor Analysten, das Deutschland-Geschäft von Praktiker habe sich im April deutlich verbessert, zum Jubeln sei es aber noch zu früh.

Mut macht Praktiker die Marke Max Bahr, die beim Umsatz im ersten Quartal um 5,5 Prozent zugelegt und nur einen marginalen Verlust verbucht hat. "Das Beispiel zeigt uns, welches Potenzial der Inlandsmarkt bietet, wenn das Markenprofil stimmt und eine konsequente Kundenorientierung verfolgt wird. Dahin wollen und werden wir auch bei Praktiker kommen", sagte der Vorstandschef.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist schon seltsam, daß so viele studierte und hochbezahlte Menschen die einfachsten Dinge nicht erkennen. Es wird gesagt, daß Praktiker vermehrt auf Service setzen wolle. Ist dies zu erreichen, indem man immer mehr Personal einspart? Wir Kunden müssen das Personal doch im Markt suchen. Und die. die da sind können einem doch nur noch leid tun. Die schaffen sich auf bis zum Kreislaufkollaps, aber selbst das ändert nichts an der Situation. ICH möchte in dieser Ausbeuterfirma nicht arbeiten. Die Gelder für Herrn Becker und Frau wären in mehr Personal besser investiert.

  • Selber schuld! Praktiker Baumärkte sind oft veraltet und dreckig und das Personal unfreundlich. Kein vergleich zu Hage, Obi oder BayWa.

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