Baumarktkette
Praktiker leidet unter sparsamen Heimwerkern

Wenn der Heimwerker spart, muss auch die Baumarktkette den Rotstift ansetzen. So ergeht es Praktiker. Auf der Bilanzpressekonferenz wurde nicht nur über die Zahlen des vergangenen Jahres gesprochen, sondern auch über Kostensenkungsprogramme. Und die erfreuten die Börse. Außerdem gab es ja die Spekulationen um einen großen Zukauf.

HB FRANKFURT. Die Baumarktkette Praktiker reagiert mit einem strikten Sparkurs auf die Kaufzurückhaltung der Heimwerker. „Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Rezession, die auch in der Baumarktbranche angekommen ist, stellen wir uns auf eine vorübergehende deutliche Abschwächung unseres Geschäfts im In- und Ausland ein“, sagte Vorstandschef Wolfgang Werner am Freitag bei der Bilanzvorlage in Frankfurt.

Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr gibt der Konzern mit Stammsitz im saarländischen Kirkel nicht. Auch die Aktionäre bekommen den Sparkurs zu spüren: Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr wird von 0,45 auf 0,10 Euro je Aktie gesenkt.

Ein Einstellungsstopp in den Konzernzentralen, Kurzarbeit in 84 Märkten und eine Nullrunde für die Gehälter der Führungskräfte sollen die Kosten kappen. Die weitere Expansion im Ausland wird auf Eis gelegt. 2008 hatten die Baumärkte nur im Ausland dank neuer Filialen den Umsatz ausgebaut. Insgesamt sank der Umsatz der Gruppe unter anderem durch Währungsverluste um 1 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro.

Der Überschuss des Konzerns brach auf 7,1 Mio. Euro ein, nach 23,7 Mio. Euro im Vorjahr. Die Mitarbeiterzahl stieg 2008 in den 436 Märkten der Praktiker Gruppe in neun Ländern auf 29 816, dazu gehörten auch 76 Max Bahr Märkte. Der Betrieb von 15 kleinen Max- Bahr-Filialen wurde Ende Februar eingestellt.

Die Baumarktkette hat nach Angaben von Vorstandschef Wolfgang Werner kein Interesse an den Bau- und Gartenmärkten des Konkurrenten Baywa. „Unsere Prämisse ist der Kauf von Premiummarken, alles andere kommt für uns nicht infrage“, sagte Werner am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Der Agrarhändler Baywa hatte am Donnerstag mitgeteilt, seine Bau- und Gartenmärkte in eine Gemeinschaftsfirma einbringen oder abgeben zu wollen.

An der Börse kann die Praktiker-Aktie zwischenzeitlich um über sieben Prozent zulegen.

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