Baumarktkette
Praktiker macht weiter Verlust

Praktiker hat überraschend gute Zahlen vorgelegt. Zwar wies die Baumarktkette für das zweite Quartal wegen der schwachen Konjunktur weniger Umsatz und Ergebnis aus als im Vorjahr. Aber die Daten fielen zum Teil besser aus als erwarten.

HB KIRKEL. Die Baumarktkette Praktiker hat auch im zweiten Quartal die schwache Konjunktur zu spüren bekommen. In Vergleich zu einem schwachen Jahresauftakt mit roten Zahlen, konnte Deutschlands zweitgrößte Baumarktkette in den Monaten April bis einschließlich Juni aber wieder Boden auf seinem Heimatmarkt gut machen. Das warme Wetter kurbelte den Verkauf von Garten- und Saisonartikeln an, wie Praktiker am Mittwoch mitteilte. Schwach entwickelte sich aber das Geschäft im Ausland. Die im MDax notierte Aktie sank im frühen Handel um zwischenzeitlich 7,5 Prozent und war größter Verlierer im Index der mittelgroßen Werte.

Das operative Ergebnis (EBITA) sank im zweiten Quartal von 80 auf 68,1 Mio. Euro. Unter dem Strich fiel der Überschuss von 55,7 auf 34,6 Mio. Euro. Dies war jedoch etwas mehr als von Analysten erwartet. Der Umsatz ging wegen Währungsverlusten in Osteuropa von 1,132 auf 1,101 Mrd. Euro zurück.

Nach einem schwierigen Start ins neue Jahr sei das Unternehmen wieder auf einem „vernünftigen Weg“, teilte Praktiker weiter mit. Vor allem das Deutschlandgeschäft habe sich spürbar erholt. In der zweiten Jahreshälfte und damit auch im Gesamtjahr rechnet Praktiker weiterhin mit einem „moderaten“ Umsatzrückgang im Konzern. Das operative Ergebnis soll positiv sein.

Auf dem Heimatmarkt konnte der Konzern eigenen Angaben zufolge weitere Marktanteile hinzugewinnen, was Praktiker auch mit preisaggressiven Marketingkampagnen in den gleichnamigen Märkten erklärte. Der Umsatz stieg in Deutschland um drei Prozent auf 815 Mio. Euro. In der zweiten Jahreshälfte will Praktiker auch bei den vor allem in Norddeutschland angesiedelten Max-Bahr-Märkten mit mehr Werbung und Sommerschlussverkäufen den Umsatz ankurbeln. Das Ergebnis in Deutschland sank um sechs Prozent.

Im Ausland machte sich die Rezession und die nachlassende Nachfrage nach Bau- und Renovierungsartikeln besonders bemerkbar. Der Umsatz fiel so um 16 Prozent auf 286 Mio. Euro. Zwei Drittel des Rückgangs machte dabei der Verfall osteuropäischer Währung im Vergleich zum Euro aus. Das operative Ergebnis sank um 38 Prozent, währungsbereinigt wäre es gestiegen. Der osteuropäische Markt habe für ihn weiterhin ein großes Potenzial, sagte Finanzvorstand Thomas Ghabel während einer Analystenkonferenz. Die Probleme seien eher kurzfristiger Natur.

Praktiker betreibt in Deutschland 336 Märkte, davon 76 unter der Marke Max Bahr. Im Ausland kommt die Baumarktkette auf gut 100 Standorte.

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