Baumarktkette
Praktiker senkt Prognose, Umsatz schrumpft

Der Baumarktkonzern Praktiker hat seine Prognose zum zweiten Mal gesenkt. Ursprünglich hatte der Konzern mit einem Umsatzwachstum gerechnet, jetzt erwartet er einen deutlichen Rückgang. Beim operativen Gewinn legte das Unternehmen im dritten Quartal jedoch zu.
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HB FRANKFURT. Ein teurer Konzernumbau und andauernde Probleme im Auslandsgeschäft belasten die Baumarktkette Praktiker. Dank des Sparprogramms und einer Verringerung der 20-Prozent-Rabattaktionen legte Deutschlands zweitgrößter Baumarktkonzern jedoch im dritten Quartal operativ erstmals in diesem Jahr zu. Das Betriebsergebnis (Ebita) ohne die Kosten des Umbauprogramms stieg um 17 Prozent auf 40 Mio. Euro, wie Praktiker am Mittwoch mitteilte. Vorstandschef Wolfgang Werner bekräftigte die Erwartung, dass das bereinigte Betriebsergebnis im Gesamtjahr deutlich steigt. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Praktiker-Aktie drehte nach anfänglichen Kursverlusten leicht ins Plus.

Praktiker reduziert die unprofitablen Rabattaktionen und führt statt dessen Eigenmarken ein, von denen sich das Unternehmen auf Dauer mehr Gewinn verspricht. Zudem sollen Service und Produktqualität in den Baumärkten verbessert und das Management ausgedünnt werden. Praktiker hat bereits seinen Vorstand von fünf auf vier Mitglieder verkleinert und den Finanzchef ausgewechselt. Die Restrukturierung kostete im dritten Quartal acht Mio. Euro. Praktiker erwartet dadurch vom kommenden Jahr an jährliche Einsparungen in mittlerer einstelliger Millionenhöhe. Sparen will die Baumarktkette dabei auch beim Einkauf in Fernost. Allein der Aufbau einer eigenen Einkaufsorganisation in Hongkong soll die Kosten um 2,5 bis 3,5 Mio. Euro senken, wie der neue Finanzchef Markus Schürholz sagte.

Schwache Geschäfte unter anderem in den krisengeschüttelten Ländern Griechenland und Rumänien drückten den Umsatz in den Monaten Juli bis September um sechs Prozent auf 911 Millionen.

Werner schraubte deshalb seine Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr abermals zurück. Er erwartet nun einen Rückgang um eine mittlere einstellige Prozentzahl. Der Quartalsüberschuss stieg dank geringerer Belastungen durch Finanzgeschäfte und Steuern um 1,9 Mio. auf 11,7 Mio. Euro.

Auch der Praktiker-Konkurrent Hornbach erwartet einen Zuwachs des operativen Ergebnisses. Hornbachs britischer Partner Kingfisher - Europas größte Baumarktkette - kündigte am Mittwoch eine engere Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen an.

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