Baumarktkette setzt verstärkt auf Auslandsgeschäft
Praktiker bestätigt Jahresprognose

Deutschlands zweitgrößte Baumarktkette Praktiker hat trotz des schwachen Starts ins Jahr 2006 ihre Jahresprognose bestätigt.

HB SAARBRÜCKEN. „Wir wollen 2006 unseren Umsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigern und ein EBITA über Vorjahresniveau erreichen“, bekräftigte Vorstandschef Wolfgang Werner am Dienstag in Saarbrücken auf der ersten Hauptversammlung des Börsenneulings. Das lang anhaltende Winterwetter hatte bei der im MDax notierten Firma in Deutschland für einen Absatzeinbruch und höheren Verlust im ersten Quartal gesorgt. „Mittlerweile liegen Umsatz und Ergebnis wieder voll im Rahmen unser Erwartungen“, sagte Werner.

Zum Wachstum soll auch künftig die Expansion im Ausland wesentlich beitragen. „Wir haben die finanziellen Mittel, um weiter zu wachsen“, sagte Werner und schloss dabei auch Zukäufe nicht aus. In diesem Jahr werde Praktiker elf Filialen in Osteuropa eröffnen, als neues Land komme die Ukraine hinzu. „Mittelfristig haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Auslandsanteil am Konzernumsatz auf 35 bis 40 Prozent zu steigern“, sagte Werner. Derzeit beträgt er rund ein Viertel.

Im von großen Flächenüberhängen und harter Konkurrenz gekennzeichneten Inlandsgeschäft will Praktiker mit niedrigen Preisen und einer neuen Gestaltung seiner Märkte mittelfristig den Marktanteil um zwei auf 9,5 Prozent steigern. Eine weitere Reduzierung des Sortiments um bis zu 20 Prozent - auf nur noch ein Fünftel des Angebots von vor wenigen Jahren - soll die Übersichtlichkeit der Märkte steigern. Durch breitere Gänge, ein Farbleitsystem und erklärende Piktogramme sollen Heimwerker schneller den Weg zu gesuchten Artikeln finden. Das soll eine Umsatzsteigerung um zehn Prozent erwirken. „So bekämpfen wir den Zeitdiebstahl, den Konsumforscher in Megamärkten ausgemacht haben“, rechtfertigte Werner die anstehenden Investitionen von knapp 90 Mill. für die Neugestaltung der rund 250 Praktiker-Märkte in Deutschland.

Nach der Schließung von 50 Standorten seit 2000 will das Unternehmen in diesem Jahr sechs weitere schlecht laufende Märkte dicht machen. „Den Flächenwahnsinn machen wir nicht mit“, sagte Werner. Mit einer Größe von 5600 Quadratmetern pro Standort seien die Praktiker-Märkte im Schnitt nur halb so groß wie die mancher Konkurrenten. Die Hauptwettbewerber der Firma sind in Deutschland Marktführer Obi sowie Hornbach und Bauhaus.

Die seit November börsennotierte Baumarktkette Praktiker hatte 2005 den operativen Gewinn um ein Drittel auf 105,8 Mill. Euro gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich um 3,4 Prozent auf drei Mrd. Euro, auf vergleichbarer Fläche betrug das Plus 1,5 Prozent. Angesichts dieser Zahlen fanden die Anleger - nach dem Anteilsverkauf der ehemaligen Mutter Metro sind 83 Prozent der Papiere in Streubesitz - hauptsächlich lobende Worte für das Management der weltweit siebtgrößten Baumarktgruppe. Aus der Loslösung von Metro sind Praktiker nach Werners Angaben beim Einkauf keine Nachteile entstanden.

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