Baumarktkonzern
Frühlingshoch entlastet Praktiker

Der börsennotierte Baumarktkonzern Praktiker stoppt seine Talfahrt. Dank frühlingshaftem Wetter und steigenden Verkäufen von Gartenartikeln kann der gebeutelte MDax-Konzern seine Kurzarbeit zurückfahren. Von einer ausbiegien Expansion oder Zukäufen will Praktiker dennoch nichts wissen – und stellt sich auf ein schwieriges Jahresende ein.

FRANKFURT. „Der April hat uns erhebliche Zuwächse gebracht“, sagte Vorstandschef Wolfgang Werner dem Handelsblatt. „In den ersten vier Monaten des Jahres liegen wir damit auf Vorjahresniveau“, erklärte er. Als Grund nennt Werner das frühlingshafte Wetter, das die Verkäufe von Gartenartikeln deutlich angekurbelt habe. Und auch im Mai sei die Baumarktkette „sehr gut unterwegs“.

Dem MDax-Konzern, der in Deutschland mit Obi um die Marktführerschaft ringt, bringt dies vorerst Erleichterung. Im ersten Quartal hatte die ehemalige Metro-Tochter, die seit dreieinhalb Jahren an der Börse breit gestreut ist, im Heimatland einen Umsatzeinbruch von fast sechs Prozent einstecken müssen. Die zugekaufte Tochter Max Bahr entwickelte sich dabei sogar noch schlechter als Praktiker selbst. Unterm Strich weitete sich der saisonbedingt übliche Fehlbetrag um mehr als die Hälfte auf 37 Mio. Euro aus, der Aktienkurs halbierte sich von Februar auf März auf weniger als drei Euro. In den letzten Tagen erholten sich die Papiere indes wieder.

Für den langjährigen Vorstandschef Werner, der am kommenden Mittwoch in Saarbrücken seinen Aktionären Rechenschaft ablegen muss, kommen die hoffnungsvollen Steigerungsraten gerade rechtzeitig. „Das zweite Quartal ist für uns das wichtigste“, stellt er klar.

Entsprechend kann Werner die Kurzarbeit in seinen deutschen Praktiker-Märkten deutlich zurückfahren. Waren dort im März noch 81 der 241 Standorte betroffen, sank die Zahl im April auf 31. Aktuell gebe es sie nur noch in fünf Märkten, verkündet der Vorstandschef. „Wir fürchten, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland steigen wird, so dass für uns die Lage in vier bis fünf Monaten schwieriger sein könnte.“ Dass Praktiker als einziger Handelskonzern eine Kurzarbeiterregelung auf Vorrat halte, wertet er deshalb als Wettbewerbsvorteil.

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