Baumarktkonzern
Praktiker muss auf Freigabe für Kapitalspritze warten

Praktiker drängt auf eine schnelle Kapitalerhöhung, muss aber erst die Entscheidung des OLG Saarbrücken abwarten. Denn gegen den Schritt wurde geklagt. Eine für Mittwoch angekündigte Entscheidung wurde nun verschoben.
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HamburgPraktiker muss weiter auf eine zur Sanierung dringend benötigte Kapitalerhöhung warten. Das Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken verschob eine für Mittwoch angekündigte Entscheidung über eine Freigabe auf den 30. November. Eine Gerichtssprecherin begründete dies mit mehreren Befangenheitsanträgen gegen den 1. Zivilsenat, über die vor der Urteilsverkündung entschieden werden müsse.

Das Gericht hatte vor zwei Wochen durchblicken lassen, dass es die Hauptversammlungsbeschlüsse des Baumarktkonzerns trotz anhängiger Klagen freigeben könnte - darunter auch die gegen eine Kapitalerhöhung. Die im SDax gelistete Praktiker-Aktie verlor in einem stabilen Umfeld 1,6 Prozent an Wert. Praktiker kündigte an, den Sachverhalt zu prüfen. „Ansonsten bleiben wir bei unserer Planung“, sagte ein Sprecher.

Das Unternehmen geht davon aus, die Kapitalerhöhung noch in diesem Jahr in die Wege leiten zu können. Aktionäre hatten Praktiker vorgeworfen, sie auf der Hauptversammlung Anfang Juli mit einem „alternativlosen“ Sanierungskonzept unter Druck gesetzt und nicht ausreichend über die Lage des Unternehmens informiert zu haben. Auf dem turbulenten Aktionärstreffen in Hamburg hatten Vorstand und Aufsichtsrat den Sanierungsplan mitsamt der Kapitalerhöhung durchgesetzt.

Den Startschuss für die Kapitalerhöhung kann Praktiker erst nach der Entscheidung des OLG geben. Die österreichische Donau Invest, die den bisherigen Großaktionären nahe steht, und die Berenberg Bank haben zugesagt, die neuen Aktien fast komplett zeichnen, wenn andere Aktionäre nicht zugreifen. Die beiden Investoren erhalten die Praktiker-Aktien dann zu je 1,08 Euro.

Der Bezugspreis, zu dem die neuen Papiere allen Interessenten angeboten werden, wird nach der Eintragung der Kapitalerhöhung ins Handelsregister festgesetzt. Mit der Ausgabe von 58 Millionen Anteilsscheinen würde Praktiker sein Grundkapital in etwa verdoppeln. Ebenfalls vorgesehene Sanierungskredite hat sich der Konzern bereits gesichert. Einen Großteil des Geldes benötigt der Baumarktkonzern, um mehr als 100 der zuletzt 220 Praktiker-Märkte im Inland auf die profitablere Schwestermarke Max Bahr umzustellen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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