Bauverzögerung
Berliner Flughafen-Fiasko geht weiter

Möglicherweise müssen der Bund, Berlin und Brandenburg noch tiefer in die Tasche greifen, um die Mehrkosten für den Hauptstadtflughafen zu stemmen. Am Termin im März nächsten Jahres wird festgehalten - vorerst zumindest.
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BerlinAngesichts der Milliardenkosten beim künftigen Hauptstadtflughafen muss der Bund möglicherweise Geld nachschießen. Diese Einschätzung wurde am Mittwoch in zwei Bundestagsausschüssen laut. Weitere Kosten dürften dann auch auf die beiden anderen Anteilseigner Berlin und Brandenburg zukommen. Summen wurden nicht genannt. Der Vorsitzende des Flughafen-Aufsichtsrates, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), betonte, dass der zum zweiten Mal verschobene Eröffnungstermin des Airports BER überprüft werden müsse. „Wir sind alle ein bisschen vorsichtiger geworden“, sagte er nach einem gut zweieinhalbstündigen Auftritt im Haushaltsausschuss.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), hatte zuvor im Verkehrsausschuss gesagt, dass es derzeit nicht auszuschließen sei, dass weitere Gelder vom Bund fließen müssten. „Die Schätzungen sind so, dass es was geben muss“, sagte auch Johannes Kahrs (SPD), Mitglied im Haushaltsausschuss. Der Bund gehört mit 26 Prozent der Anteile zu den Flughafen-Gesellschaftern. Die Länder Berlin und Brandenburg halten jeweils 37 Prozent.

Die Mehrkosten für den Flughafen dürften bei bis zu 1,17 Milliarden Euro liegen. Das bedeutet, dass das Gesamtprojekt etwa 4,2 Milliarden Euro verschlingen würde. Der Finanzrahmen für den Flughafen liegt bisher bei 3,36 Milliarden Euro - davon stammen 2,4 Milliarden Euro aus Krediten.

Neben Bomba gab Flughafenchef Rainer Schwarz den Abgeordneten im Verkehrsausschuss Auskunft. Bis zum August soll die Gesellschaft ein Konzept zur Finanzierung vorlegen. „Dem können wir nicht vorgreifen“, sagte Flughafen-Sprecher Leif Erichsen. Eine Möglichkeit wäre, weitere Kredite aufzunehmen. Das schloss auch Wowereit nicht aus.

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Wowereit: „Der Termin steht noch“

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