Bax Global
Deutsche Bahn macht Milliardenzukauf perfekt

Der US-Konzern Brink's hat seine Logistiktochter Bax Global für 1,1 Mrd. Euro (940 Mill. Euro) an die Deutsche Bahn verkauft. An die Nummer eins der Logistik, die Post, kommt der Schienenmonopolist dennoch nicht heran.

HB FRANKFURT. Der Nettoerlös für Brink's nach Abzug von Steuern und Transaktionskosten liege bei 0,9 Mrd. Dollar, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Abschluss der Transaktion werde bis zum Jahresende erwartet. Der Bahn-Aufsichtsrat hatte der Übernahme am vergangenen Wochenende bereits zugestimmt.

Die Übernahme wird nach Angaben von Bahn-ChefHartmut Mehdorn nur zu einer leicht höheren Verschuldung des Staatsunternehmens führen. „Sie wird sich nur geringfügig nach oben entwickeln“, sagte Mehdorn am Mittwoch in Berlin. Die höhere Verschuldung werde sehr viel weniger als 1 Milliarde Euro betragen. Mehdorn kündigte aber auch an: „Es wird sicherlich eine Anleihe geben.“ Er gehe davon aus, dass die Ziele zum Erreichen der Börsenfähigkeit der Bahn trotz der Übernahme weiterhin erreicht würden. Die 18 Flugzeuge von Bax seien unmittelbar vor Vertragsunterzeichnung an einen anderen Gesellschafter verkauft worden.

Nach Angaben aus Unternehmenskreisen soll die Luft- und Seefrachtspedition Bax in die Bahn-Speditionstochter Schenker integriert werden und diese im Nordamerika- und Transpazifikmarkt entscheidend stärken. Erst vor drei Jahren war die Bahn verstärkt in die Logisitik abseits der Schiene eingestiegen. Sie hatte den Stinnes-Konzern mit dessen Tochter Schenker übernommen.

Bax kam 2004 auf etwa 2 Mrd. Euro Umsatz und rund 40 Mill. Euro Gewinn. Schenker peilt 2005 nach internen Angaben 8,5 Mrd. Euro Umsatz und deutlich über 200 Mill. Euro Gewinn an. Die Bahn erzielte 2004 knapp 24 Mrd. Euro Umsatz.

Schenker gehöre nach der Übernahme wieder zu den Großen der Branche. Dort ist die Post-Tochter DHL nach der 5,5 Mrd. Euro teuren Übernahme des Logistikdienstleisters Exel die Nummer eins. Der Preis für Bax sei zwar hoch, doch in einer boomenden Branche gebe es keine Schnäppchen, heißt es in der Branche.

Fast jeder dritte Euro des Bahn-Umsatzes wird im Ausland erwirtschaftet. Von den 226 000 Mitarbeitern arbeiten etwa 30 000 jenseits der Grenzen. Bahnchef Mehdorn forciert das „Non-Rail-Geschäft“, zu dem auch die Logistik gehört. Das Geschäft außerhalb der klassischen Bahn machte 2004 bereits 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus, 2006 sollen es 60 Prozent sein.

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