Bayern will angeblich Transrapid-Planung an Bahn abgeben
Deutsche Bahn streicht angeblich Investitionen in Milliardenhöhe zusammen

Die Bahn will einem Bericht zufolge Investitionen in Milliardenhöhe streichen und zum Teil um Jahre verzögern. Unterdessen soll das Schienenunternehmen die Realisierung der Transrapidstrecke in München vorantreiben.

HB BERLIN. Die Deutsche Bahn plant angeblich einen Stopp für milliardenschwere Investitionsvorhaben und Instandhaltungsprojekte. Der Neu- und Ausbau der Strecke Hanau-Fulda/Würzburg, der 1,4 Milliarden Euro kosten sollte, werde beispielsweise gestoppt, berichtet das Magazin «Spiegel» unter Berufung auf ein vertrauliches Papier, das der Bahn-Aufsichtsrat am kommenden Dienstag beraten werde.

Auch der Bau einer so genannten Ypsilon-Trasse Hamburg/Bremen-Hannover werde nicht vor 2009 begonnen. Das Projekt wurde dem Magazin zufolge bislang mit 1,2 Milliarden Euro veranschlagt.

Der Ausbau der Verbindung Augsburg-München werde zeitlich gestreckt. Die Mittel für die Strecken Karlsruhe-Dresden, Lübeck-Stralsund und Paderborn-Erfurt-Chemnitz werden dem Bericht zufolge stark gekürzt. Das Ausbauprojekt Berlin-Dresden werde außerdem «nicht weitergeführt». Auch die Anbindung des geplanten Großflughafens Berlin-Schönefeld, der Ende 2010 seinen Betrieb aufnehmen soll, werde dem Papier zufolge nicht weiter verfolgt.

Die Bundesregierung hatte hingegen erst vor wenigen Tagen bei der Vorstellung des Finanzierungskonzepts für den Großflughafen ihre Unterstützung bei der Anbindung des Airports an den Schienenfern- und Schienennahverkehr bekräftigt.

Die Bahn wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Ein Sprecher des Ministeriums verwies am Samstag aber darauf, dass 66 zentrale Projekte, auf deren Bestand sich Bahn und Bund im Sommer geeinigt hatten, nicht betroffen sind.

Mit dem Sparkurs setze Bahnchef Harmut Mehdorn Vorgaben der Bundesregierung zu Einsparungen um, hieß es im "Spiegel". Diese habe die Investitionsmittel für die Schiene um ein Drittel gesenkt.

Allerdings hatte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) der Bahn erst im Herbst zusätzliche Gelder von einer Milliarde Euro für die Planungsperiode bis 2008 in Aussicht gestellt.

Unterdessen hat ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums Berichte dementiert, der Freistaat wolle seinen 50-prozentigen Anteil an der Bayerischen Magnetbahn-Vorbereitungsgesellschaft (BMG) an die Bahn veräußern. Einzelheiten wollten der bayerische Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) und Bahnchef Mehdorn am kommenden Montag mitteilen. Dazu gehört nach den Worten des Sprechers auch eine Umwandlung der BMG.

Der «Münchner Merkur» hatte am Samstag unter anderem berichtet, das Land Bayern wolle die Transrapid-Planungen der Bahn übertragen und dazu seinen Anteil an der BMG an das Schienenunternehmen abgeben, obgleich Bayern der Deutschen Bahn vorwerfe, die Planung für das Projekt zu verschleppen. Dies wies der Sprecher des Ministeriums ebenfalls zurück. «Wir liegen im Zeitplan», sagte er. Die Umwandlung der Vorbereitungsgesellschaft sei aber notwendig, um den Zeitplan einzuhalten.

Die BMG war im August 2001 gegründet worden, um den Bau der rund 37 Kilometer langen Transrapid-Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen im Erdinger Moos vorzubereiten. Die Magnetschwebebahn soll den Planungen zufolge Anfang 2010 in Betrieb gehen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,85 Milliarden Euro. Ein Finanzierungskonzept liegt bisher nicht vor. Das Land Bayern verweist auf den Bund, der für die Finanzierung zuständig sei, weil der Transrapid ein Bundesprojekt sei. Dieser lehnt die Bewilligung zusätzicher Gelder bislang ab. (nz)

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